25. März 2017

Bezirksausschusssitzung März 2017

Von: Rainer Glissnik

BLLV-Bezirksvorsitzender Henrik Schödel sorgt sich um die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen und der uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler.

 

Die Unterrichtsversorgung an den Grund- und Mittelschulen bringt alle Beteiligten immer wieder an ihre Grenzen und oft darüber hinaus, sorgte sich BLLV-Bezirksvorsitzender Henrik Schödel um die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen und um die uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler. „Wir versuchen mit allen möglichen Maßnahmen, den Unterricht aufrechtzuerhalten, aber es ist bei vielen der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr geht", sagte Schödel. Viele Schulleiter klagten, der normale Schulbetrieb sei nicht mehr durchzuführen. Wegen Erkrankung von Lehrern oder der Pensionierung zum Halbjahr komme es zu Unterrichtsausfällen oder Klassenzusammenlegungen.

 

Die Situation an unseren Schulen ist nicht einfach, erklärte Schödel bei der Bezirksausschusssitzung. Lotsen an Gymnasien weglassen, Vorkurse entfallen lassen und Evaluation aussetzen würde allein für den Bereich des Schulamts Hof sechs Vollzeitlehrkräfte ausmachen. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann habe die Vorschläge aufgegriffen, aber die CSU lehnte das vorgeschlagene Notprogramm ab. Das Kultusministerium stellte fest, dass die Situation an den Schulen derzeit nicht mehr so kritisch sei. „Diese Aussage stimmt nicht“, erklärte Schödel mit Nachdruck. Die Vertretungspläne der Schulen stünden den Feststellungen des Kultusministeriums entgegen. Nur 0,6 Prozent des Unterrichts fielen in Bayern aus, hatte das Kultusministerium behauptet. Der BLLV habe festgestellt dass mindestens 7,2 Prozent ausfielen.

 

Der Bezirksvorsitzende appellierte, vor Ort mit Landtagsabgeordneten über die Realität vor Ort zu sprechen. Werde es so weitergehen würden die Lehrerinnen und Lehrer, welche die Situation retten auch noch krank werden, befürchtete Schödel. Vielerorts herrschten katastrophale Zustände.

 

Der Bezirksvorsitzende sah aber auch Positives. Im Bereich der Verwaltungsangestellten werden 50 zusätzliche Stellen aufgestellt. Dabei werden nicht Neue eingestellt, sondern vorhandene Stellen im Umfang von 2000 Stunden ab September werden erweitert. „Das Gleiche erwarten wir auch für Schulleitungen“, erhofft sich Schödel. Peter Lang wies darauf hin dass es 3500 Schulen gebe, damit sich vor Ort nicht zu viel Hoffnung gemacht werde.

 

Schödel appellierte, das Manifest des BLLV „Haltung zählt“ zu unterzeichnen. Lehrerinnen und Lehrer beobachteten mit Sorge die zunehmende Aggressivität in der Sprache und in den Umgangsformen. Nicht nur in der Schule, sondern in vielen Bereichen des Lebens – in der Politik, den Medien, in den sozialen Netzwerken. Sie beobachten, wie extreme Gruppierungen und Personen den Boden bereiten für Zwietracht und Gewalt. Das gefährde unsere Demokratie.

 

Dem müssten Lehrerinnen und Lehrer entgegenwirken. In der Schule sitze die Gesellschaft von morgen. Die Erwachsenen seien ihre Vorbilder. Unser Verhalten färbe auf Kinder und Jugendlichen ab. Zugleich dürften wir nicht tatenlos zusehen, wenn wir destruktive Umgangsformen in der Schule erleben. Auf der BLLV-Homepage kann das Manifest einfach unterzeichnet werden.

 

Der Landesvorstand bemühe sich derzeit besonders, die Positionen der Förderschulen und Mittelschulen vorzubringen. Ein Positionspapier sei in Erarbeitung.

 

Ballhelden – Kicken für Kinder in Not

 

Bezirksvorsitzender Henrik Schödel präsentierte die Aktion „Ballhelden“. Der Bayerische Fußballverband und der BLLV engagieren sich hiermit für Kinder in Problemsituationen. Kinder sollen sich einerseits bewegen und ihr soziales Engagement stärken. Zusätzlich soll Geld für eine gute Sache gesammelt werden. Sowohl Schulen wie Vereine können diese Aktion durchführen. Ab 2018 kommen die Mittelschulen dazu, ab 2019 Realschulen und Gymnasien. Im Mai ist Eröffnungsveranstaltung in München. Am 14. Juli sei Auftakt in Hof für Oberfranken. Es gebe einen Geschicklichkeitsparcours und einen Gruppenwettbewerb. Alles sei gut vorbereitet und erprobt. „Es ist alles relativ leicht umsetzbar.“ Im Vordergrund soll nicht nur das Fußballspielen stehen. Jede Schule könne einen Fanclub bilden. Es gebe ein Fußballquiz für die Kinder.

 

Die Schüler suchen sich Unterstützer und bekommen pro Aktion Punkte. Die Spenden werden gedrittelt. Ein Drittel erhält die Schule vor Ort, ein Drittel gehe an die Kinderhilfe und ein Drittel an die Stiftung des Fußballbundes für Afrika. Unter den teilnehmenden Schulen werden attraktive Preise verlost. Jede Schule erhält ein kostenloses Starterpaket. „Ich hoffe dass diese Aktion angenommen wird.“ Gerade für die Aktion „denkbar Frühstück“ würden die Spenden-Mittel benötigt.

 

Schulen können sich über die Homepage des BLLV anmelden. Es muss außerhalb des Unterrichts durchgeführt werden, beispielsweise im Rahmen eines Schulfests. Heuer beginnt es bei den Grundschulen.

 

Peter Lang warb um Unterstützer vor Ort für die BLLV Kinderhilfe. Er selbst ist Botschafter der Kinderhilfe und würde sich freuen, wenn weitere Oberfranken hier mithelfen. Wer interessiert ist soll sich bei ihm melden. Bei der Bezirksausschusssitzung wurden von den Teilnehmern 160 Euro gespendet.

 

Winfried Kneißl (Abteilung Recht) informierte über verschiedene Rechtssituationen. Etwa über die neue Schülerunterlagenverordnung, die zu großen Irritationen führte. Weiterführende Schulen erhielten oft nur noch den Mantelbogen. Wenn jemand krankgeschrieben ist und früher wieder seinen Dienst antreten möchte sei dies rechtmäßig möglich. Bei Schullandheimaufenthalten seien die Verträge von der Schulleitung zu unterschreiben. Beim Schwimmunterricht sei wichtig, nicht nur den Rettungsschein zu besitzen, sondern auch die Rettungsfähigkeit. Maximal 15 Kinder dürften pro anwesendem Lehrer im Wasser sein, die anderen müssten draußen warten. Am Besten sei es sich eine schriftliche Dienstanweisung geben zu lassen. Fahrten ans Meer oder einen See seien im Ernstfall problematisch. Henrik Schödel wies auf einen aktuellen Fall hin, wo eine Erzieherin mit dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung konfrontiert sei. Für Äußerungen gegenüber der Polizei sei für Lehrkräfte bei dienstlichen Ereignissen zunächst das Einholen einer Aussagegenehmigung durch das Schulamt beziehungsweise den Dienstvorgesetzten erforderlich.

 

„Los!Lesen“

 

Los!Lesen – eine Woche buchvergnügt. BLLV-Lesebeauftragte Susanne Gerhardt informierte über das Projekt „Los-Lesen“ vom 15. bis 20. Mai. Drei Autoren seien eingeladen, die 22 Lesungen anbieten. Kinder von vier bis 14 Jahren werden angesprochen. Die Schulen seien eingeladen rund um die Autoren eine ganze Woche zu gestalten. Es soll nachhaltig wirken. Zwei Liedermacher seien eingeladen. Es kommen trainierte Lesezuhörerhunde. Die Kinder üben um den Hunden vorlesen zu können. Wichtig sei auch Theater. Eine Reihe von Fortbildungen sollen viele neue Ideen vermittelt werden. Das Neueste aus der Leseforschung werde weitergegeben. 2055 Kinder sind bislang angemeldet.

 

„Wir wollen in dieser Woche einen ganz großen Lesehype starten“, erklärte Susanne Gerhardt. Es wurden etliche Sponsoren gefunden, die beispielsweise Buchpakete schenken. Es werde ein Bilderbuch- und Vorlesewettbewerb stattfinden. „Wir wollen Impulse für Lehrer und Erzieher geben, das Buch in all seinen Facetten in den Mittelpunkt stellen.“ Viele seien notwendig, die hier aktiv mitmachen. Der BLLV unterstützt die Lehrerfortbildungen. Diese sind deshalb kostenlos. Susanne Gerhardt erhofft sich, dass dieses Projekt auch auf andere Landkreise übertragen werden kann. „Wir haben vor es alle zwei Jahre anzubieten.“

 

„Diese Dimension hätte ich mir nie vorgestellt“, zollte Henrik Schödel Susanne Gerhardt und ihren Mitstreiterinnen höchsten Respekt.  „Herzlichen Dank für dein Engagement.“

 

 

 


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