Unterfrankens Grund- und Mittelschulen brauchen 2300 Lehrkräfte bis 2030

Von: Peter Nossol

"Wir brauchen endlich einen langfristigen Plan zur Deckung des Lehrerbedarfs an Grund- und Mittelschulen." Mit diesen Worten forderte Gerhard Bleß, unterfränkischer Bezirksvorsitzender des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) den Bayerischen Landtag und das Kultusministerium auf, Konsequenzen aus dem wieder einmal eingetretenen Lehrermangel an diesen Schularten zu ziehen. Derzeit bestehe allein in Unterfranken bereits eine Unterversorgung von mehr als 100 Lehrkräften, die durch befristete Aushilfsverträge sowie Nachqualifizierungsprogramme für arbeitslose Gymnasial- und Realschullehrer auf Tarifbasis abgedeckt werden müssten. 

"Wenn jetzt nicht schnell gehandelt wird, verschärft sich diese Situation in den kommenden Jahren noch erheblich", stellte Bleß fest. Bis zum Jahr 2030 müssen in Unterfranken rund 1400 Grund- und Mittelschullehrkräfte, die in Pension gehen, ersetzt werden. Das ist  fast ein Drittel des Lehrerbestandes.

Gleichzeitig steigen die Schülerzahlen an den unterfränkischen Grundschulen seit zwei Jahren wieder an. Und die Geburtenzahlen weisen ebenfalls nach oben. "Daraus ergibt sich ein weiterer Zusatzbedarf von ca. 400 Lehrkräften bis 2030", stellte Bleß fest.

Noch gar nicht eingerechnet sei dabei der zusätzliche Lehrerbedarf durch die den Schulen übertragenen Aufgaben wie die Umsetzung der Inklusion, der Ausbau der Ganztagsschulen, die Integration von Flüchtlingskindern notwendige Schulentwicklungsprozesse sowie die flächendeckende Einführung digitaler Medien. Schon heute gebe es bei der Umsetzung dieser Themenbereiche große Schwierigkeiten, weil die erforderlichen Ressourcen nicht vorhanden seien. „Das geht zu Lasten aller Schüler sowie zu Lasten der Lehrerinnen und Lehrer.“ Die Folge seien unzureichende Förderung der Kinder und Überforderung, Frustration und Demotivation bei Lehrern und Eltern, erläuterte der BLLV-Bezirksvorsitzende. Um diesen Anforderungen künftig gerecht zu werden seien minestens weitere 400 zusätzliche Lehrkräfte erforderlich.

"Neben der langfristigen Personalplanung bräuchten wir schließlich als nachhaltige Lösung endlich eine zeitgemäße, flexible Lehrerbildung, die mit alten Zöpfen Schluss macht", forderte Bleß. Dann könnte auf die unterschiedlichen Bedarfslagen an den verschiedenen Schularten auch entsprechend schnell und effizient reagiert werden.


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