26. Februar 2018

Gegen die Probleme - der NLLV bietet Gespräche, Konzepte, Veranstaltungen, Seminare

Von: Sandra Schäfer, 1. Vorsitzende NLLV

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ein neues Jahr beginnt und von den Attributen „neu“ und „frisch“ ist wenig zu spüren. Das Wort „Sondierung“ ist abgenutzt, endlos zäh scheint das Verhandeln. Ist ein Paket endlich geschnürt, zieht schon wieder jemand am Knoten. Dabei ist zunächst viel Gutes darin: von Bildungsoffensive ist die Rede, dem Recht auf Ganztag und Betreuung. Digitalisierung ist ein Schwerpunkt im Koalitionsvertrag und Demokratieerziehung.

Wir werden in der nächsten Ausgabe einmal genau beleuchten, was die großen Schlagworte nun konkret bedeuten. Die Differenz zwischen Theorie und Realität im Sinne von Lösungen für reale Probleme vor Ort scheint, immer weiter auseinander zu klaffen. Gleichzeitig rollen die Themen unaufhaltsam auf uns zu.

Ein besonders großes Problem ist der weiter steigende Lehrermangel. Nach BLLV-Berechnungen gehen bis 2030 circa 10.600 Grundschullehrkräfte in Pension, also 40 Prozent. Gleichzeitig steht dem ein Anstieg der Schülerzahl von 12 Prozent im selben Zeitraum gegenüber.

Alarmierende Zahlen, denn schon jetzt haben wir kaum mobile Reserven, von Fachlehrern ganz zu schweigen. Die Anforderungen steigen stetig, eine Entlastung fehlt. Die gesundheitliche Situation vieler Kolleginnen und Kollegen sehe ich mit großer Sorge.

Kurzfristige Maßnahmen, um die Notsituationen an unseren Schulen zu entzerren, reichen einfach nicht aus. Eine längerfristige solide Personalplanung ist hier entscheidend. Dazu gehört ganz klar auch die Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs. Mit der Maßnahme des Ministeriums, nun die Zweitqualikanten besser zu bezahlen, verbinden wir auch, dass nun endlich der Schritt A13 für alle Schularten Realität wird!

Was ist eigentlich mit der Mehrbelastung der Seminarleiter, die die Zweitqualikation tragen? Entlastung vor neuer Belastung – das muss in allen Bereichen gelten.

Auch klar: Für eine langfristige Personalplanung muss die Lehrerbildung neu und vor allen Dingen  fexibler aufgestellt werden. Der Schweinezyklus muss endlich beendet werden. Wir möchten das Lehrerbildungsmodell des BLLV gern mit Ihnen diskutieren und haben dazu im April Klaus Wild eingeladen.

Landauf landab ist Bildung DAS Thema. Was das Kind in der Schule jedoch braucht, das wissen wir als Fachleute vor Ort ganz genau. Den Schülerinnen und Schülern Sprachrohr für ihre Bedürfnisse zu sein, diesen Ansatz verfolgt die Kampagne des BLLV „Zeit für Bildung“. Dazu werden wir in der FG Schulleitung und in einer Sonderveranstaltung für unsere Vertrauensleute informieren. In den Monaten Januar und Februar fanden und finden vielfältige Gespräche mit allen Verantwortlichen im Bereich Bildung statt. Wir sind unterwegs in den Fraktionen zu den zentralen Bildungssachverhalten und zu spezischen Fragen in der Stadt Nürnberg. 

Ein enorm wichtiger Bereich an Nürnbergs rund 100 Schulen ist die Digitalisierung. Zwischen Medienentwicklungsplan, IT­-Konzept und dem digitalen Klassenzimmer sitzen die Kolleginnen und Kollegen mit vielen Fragezeichen. Ein Medienkonzept ohne Medien? Digitales Klassenzimmer mit WLAN, wann? Geht die Grundschule etwa leer aus? Fragen, die wir am runden Tisch mit allen Verantwortlichen ansprechen werden.

Im direkten Gespräch am 22.12.2017 mit Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle im NLLV konnte ich das Thema Digitalisierung aufgreifen. Fragen zum Thema Reisekosten bei Schulfahrten, der Lehrermangel, die ent­standenen Mehrbelastung durch die veränderte Anwendung der Betreuungszeiten der Horte in Nürnberg, die Umsetzung des Bildungspakets, die Situation der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät waren weitere Gesprächspunkte. Das Kombimodell, Schule und Hort, war ebenso Thema wie zusätzliche Mehrbelastungen aufgrund ausgeweiteter Betreuungszeiten durch Nachmittagsunterricht vor allem an Grundschulen. Zu allen Themenbereichen bleibt der NLLV weiter im regen Austausch.

Ja, liebe Kolleginnen und Kollegen, es wird in der Tat immer mehr. Umso stärker müssen wir lernen, verantwortlich mit der Belas­tung umzugehen und Grenzen zu setzen – verantwortlich im Sinne der uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler. Eine zentrale Voraussetzung dafür ist es, auf die Lehrergesundheit zu achten.

Aus diesem Grund bieten wir am 16. März als Großveranstaltung den „Gesundheitstag“ an. Nutzen Sie diese Möglichkeit. Gern kommen wir auch zu Ihnen ins Schulhaus.

Genauso müssen wir aber auch lernen, all unsere Möglichkeiten zu nutzen, Missstände aufzugreifen, zu benennen und zu verändern. Dies tun Sie bereits mit Ihrer Mitgliedschaft im NLLV. Nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sein, dies ist unser Ansatz.

Wir freuen uns, Sie zu unseren unterschiedlichen Veranstaltungen und in den Fachgruppen persönlich zu treffen und sind gern für Sie da. Wir sind stark an Ihrer Seite!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen in unserem NLLV eine starkes 2018, herzlichst

Ihre

Sandra Schäfer


Dateien:
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