18. März 2010

Ansehen des Lehrerberufs

Gemeinsame Erklärung des Bayerischen Staatsministers für Unterricht und Kultus und der Interessensverbände der Lehrerinnen und Lehrer in Bayern zur Stärkung des Ansehens des Lehrerberufs

Das Berufsbild des Lehrers ist vor allem in den letzten Jahren in den Blick des öffentlichen Interesses geraten. Der Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus und die Verbände der Lehrerinnen und Lehrer in Bayern sehen sich daher zu folgender gemeinsamer Erklärung veranlasst:

Bildung und Erziehung sind gesellschaftliche und politische Kernaufgaben. Bildung ist von elementarer Bedeutung für jeden Einzelnen, ohne Erziehung und Persönlichkeitsentwicklung aber nicht denkbar. Denn sie eröffnet die Chance auf ein Leben in Selbstbestimmung und Eigenverantwortung - ein Leben, das von den Werten und Wertvorstellungen unseres demokratischen Rechtsstaats geprägt sein muss. Bildung ist die Basis für umfassende Teilhabe und Mitverantwortung. Wenn jeder Mensch in unserem Land gut gebildet und ausgebildet ist, wird die Gesellschaft insgesamt erfolgreich sein.

Anlagen, Begabungen und Fähigkeiten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu fördern und weiterzuentwickeln, ist ein zentrales Anliegen unserer Gemeinschaft. Staat und Gesellschaft beauftragen daher Lehrkräfte, die ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu führen. Der Berufsalltag stellt an Lehrerinnen und Lehrer hohe Anforderungen hinsichtlich psychischer Stabilität und physischer Konstitution. Um diesen Erwartungen gerecht werden zu können, gehören wissenschaftlich fundierte Fachkenntnisse sowie pädagogisch-psychologische und methodisch-didaktische Fähigkeiten und Fertigkeiten, die im Rahmen einer intensiven Ausbildung erworben werden, zu den selbstverständlichen Voraussetzungen, die für eine dauerhafte Tätigkeit im öffentlichen Schulwesen nachzuweisen sind.

Lehrerinnen und Lehrer tragen eine hohe Verantwortung für die Gesellschaft und die ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler. Sie vermitteln in besonderem Maße Werte und üben eine wichtige Vorbildfunktion aus. Diese Aufgabe nehmen sie mit großem Engagement wahr, das häufig weit über die Dienstpflichten hinausgeht. In nur wenigen anderen Berufen ist die Identifikation mit der ausgeübten Tätigkeit und die Empathie mit den anvertrauten Menschen so groß. Lehrerinnen und Lehrer können und wollen aber nicht den Anspruch erheben, die Erziehungsberechtigten zu ersetzen oder negative gesellschaftliche Entwicklungen zu kompensieren. Solche Entwicklungen zu erkennen und darauf zu reagieren ist jedoch eine Aufgabe von Erziehung und Ausbildung und damit auch Aufgabe von Lehrerinnen und Lehrern. Sie stehen aber nicht in Konkurrenz zu den Erziehungsberechtigten oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit, sondern sind auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit angewiesen.

Lehrerinnen und Lehrer leisten in Ausübung ihres anspruchsvollen, aber auch erfüllenden Berufs einen wertvollen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Dafür verdienen sie höchste Anerkennung.


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