7. April 2009

Verwendung der Lehrerinnen und Lehrer aus dem Muttersprachlichen Ergänzungsunterricht (MEU)

Der Muttersprachliche Ergänzungsunterricht (MEU) läuft mit Ende des Schuljahres 2008/09 endgültig aus. Nach den Informationen, die dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) vorliegen, beabsichtigt das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus alle türkischen Lehrkräfte, die aus vertraglichen Gründen nicht ausscheiden können, im zukünftigen Islamischen Unterricht einzusetzen. Dabei sollen offenbar auch die Anforderungen an die Deutschkenntnisse zurückgenommen werden. Mit dem Bayerischen Staatsministerium des Innern sind inzwischen wohl die Fragen der entsandten türkischen Beamten geregelt. 

Der BLLV erwartet Probleme mit den bayernweit ca. 80 Lehrerinnen und Lehrern, die aus Italien, dem ehemaligen Jugoslawien und anderen Nationen stammen. Sie unterrichten größtenteils in den Ballungszentren. Handlungsbedarf besteht, sofern diese aus vertraglichen Gründen weiter beschäftigt werden müssen, aber wegen seines Auslaufens nicht mehr wie bisher im MEU eingesetzt werden können.

Der BLLV schlägt zur Regelung dieser Fälle folgende Maßnahmen vor:
 

  1. Die genannten Lehrerinnen und Lehrer werden an Schulen mit hohem Migrationsanteil als Tandemlehrer/innen eingesetzt. Als Tandemlehrer können sie sich an das didaktische und methodische Niveau der Schulen im Laufe von zwei Schuljahren anpassen. Weiterhin werden sie in Deutsch als Unterrichtssprache und pädagogisch-didaktisch fortgebildet. Dieser Vorschlag fußt auf folgender Überlegung: Diese Lehrkräfte sind seit Jahrzehnten im MEU tätig. Sie sind deshalb derzeit nicht regulär einsetzbar. Umgekehrt sollte den betroffenen Personen geholfen werden, sich zu integrieren. Eine Alternative hierzu besteht aus Sicht des BLLV nicht.
    Eine Verwendung der betroffenen Personen als reguläre Lehrkräfte würde immense Elternproteste hervorrufen. Das gilt es zu verhindern.

  2. Der BLLV spricht sich strikt dagegen aus, die betroffenen Lehrkräfte auf das Stundenbudget der Schulen anzurechnen. Denn dies würde zwangsläufig dazu führen, dass die betroffenen Personen von den Schulen nicht angefordert werden. Ihr Einsatz im Rahmen des genannten Tandem-Modells würde dieses Problem lösen.

Namens des BLLV bitte ich Sie um eine pragmatische Lösung dieses Problems und sehe Ihrer positiven Antwort zuversichtlich entgegen. Selbstverständlich stehen wir für Rückfragen und ergänzende Gespräche gerne zur Verfügung.

_____________________________

 

Schreiben von BLLV-Präsident Klaus Wenzel an das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus am 7.4.2009

 

 

 


Dateien:
MEU-1_01.pdf46 K

Suche

Im Blickpunkt

Reformkonzept

Kinderhaus Casadeni