15. Mai 2007

Lehrplan für die Berufsschulreife – Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Stellungnahme des BLLV

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) bedankt sich für das o.g. Schreiben mit dem beiliegendem Entwurf des Lehrplans für die Berufsschulstufe – Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.

Der BLLV begrüßt grundsätzlich die in der Neufassung des Lehrplans vollzogene konzeptionelle Ergänzung des schon eingeführten Lehrplans für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (gültig für die Grund- und Hauptschulstufe) sowie die damit verbundene Aufwertung der ehemaligen Werkstufe, als wichtige Phase für junge Menschen erwachsen zu werden.

Wegen der aus unserer Sicht vor allem notwendigen Bereitstellung eines geeigneten Rahmens zur Umsetzung dieses Lehrplans, nehmen wir zu den Grundlagen und Leitlinien Stellung.

Grundlagen und Leitlinien (1. Abschnitt)

Zustimmung mit folgender Änderung:

"Der Lehrplan kommt in den Schulen zur Anwendung, in denen Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung unterrichtet, erzogen und gefördert werden."

Nach Auffassung des BLLV ist auch die Erziehung sowie die sonderpädagogische Förderung (einschließlich Diagnostik und Beratung) wichtiger Bestandteil dieser Schulstufe und sollte daher in den Grundlagen genannt werden.

Leitbild

Zustimmung

Schülerinnen und Schüler der Berufsschulstufe

Zustimmung

Diagnostik und Lebenswegplanung

Zustimmung

Elemente eines altersgemäßen und lebensweltorientierten Unterrichts

Zustimmung

Suchtprävention

Zustimmung

Organisation der Berufsschulstufe

Zustimmung mit folgenden Änderungen:

  • Die Berufsschulstufe soll als weitgehend eigenständiger Bereich des Förderzentrums gestaltet und eine Stufenleitung bestimmt werden. Bei der Besetzung von Funktionsstellen in der Schulleitung muss daher darauf geachtet werden, dass dieser wichtige Bereich auch hier vertreten ist.
  • Klassenübergreifende Angebote sollen bei der Unterrichtsorganisation in den Vordergrund treten. Trotzdem muss dem Klassenunterricht, unter Verantwortung eines Sonderschullehrers, genügend Platz eingeräumt werden. Die Schülerinnen und Schüler brauchen in einer Phase des Umbruchs verlässliche Bezugspersonen sowie für die Planungs- und Reflexionsphasen persönliche Ansprechpartner.

Lehrerinnen und Lehrer

Zustimmung mit folgenden Änderungen:

  • Der Lehrplan ist Arbeitsgrundlage für verschiedene Berufsgruppen. Lehrerinnen und Lehrer beruflicher Schulen sind noch zu ergänzen.
  • Die Aufgaben und Kompetenzen von Lehrerinnen und Lehrern sind, neben Diagnostik, Förderung und Beratung, auch Unterricht, Bildung und Erziehung. Dies muss ebenfalls ergänzt werden.

Zusammenarbeit

Zustimmung mit folgenden Änderungen:

  • Im Bereich schulischer Partner, sollten die beruflichen Schulen als mögliche Partner genannt werden. Auch in der Berufsschulstufe sollte die Möglichkeit zur Bildung von Außenklassen sowie die Betreuung von Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf an allgemeinen Berufsschulen durch einen Sonderschullehrer im MSD gegeben sein.
  • Im Bereich außerschulischer Partner, sollten die Auflistungen für die Bereiche Arbeit, Wohnen und Freizeit als "offen" und "nicht vollständig" deutlich gemacht werden. Die regionalen Unterschiede sind zu berücksichtigen und im Bereich Freizeit gibt es noch weitere Kontaktpartner wie die OBA (Offene Behindertenarbeit) oder die Vereine (z.B. Angebote der Kirche, von Privatunternehmen oder Gemeinden).

Arbeit mit dem Lehrplan

Zustimmung

Der BLLV steht für Rückfragen sowie für ein ergänzendes Gespräch gerne zur Verfügung.

aus einem Schreiben des BLLV-Präsidenten, Dr. h.c. Albin Dannhäuser, an Dr. Helmut Wittmann, Ministerialdirigent im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, vom 15.05.2007


Suche

Im Blickpunkt

Reformkonzept

Kinderhaus Casadeni