12. März 2012

Erweiterte vertiefte Berufsorientierung (evBO) an Mittelschulen

Eingabe an das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus am 12.3.2012

Seit einigen Jahren gibt es an den Mittelschulen die so genannte erweiterte vertiefte Berufsorientierung (evBO). Schüler werden ab der 7. Jahrgangsstufe intensiv auf den Übergang von der Schule in den Beruf vorbereitet. Diese Maßnahme, die gemeinsam vom Kultusministerium und der Agentur für Arbeit finanziert wird, hat sich grundsätzlich bewährt.

 

Bereits im letzten Schuljahr wurden Änderungen vorgenommen, die auf Initiative des BLLV schließlich noch einmal in unserem Sinne modifiziert wurden. Im KMS vom 22. Juni 2011 teilte das Kultusministerium mit, dass fortan Projekte unter 500 € nicht ausschreibungspflichtig seien und per Direktauftrag vergeben werden können. Außerdem konnten die Module wie bisher von den Schulen bestellt werden, die Ausschreibung erfolgte dann durch das Regionale Einkaufszentrum (REZ). Schließlich wurde auch das Hauptanliegen des BLLV, individuelle Einzelprojekte außerhalb der Module auch in Zukunft fortsetzen zu können, umgesetzt. Bei Beachtung bestimmter inhaltlicher und formaler Kriterien konnten somit bewährte Maßnahmen auch weiterhin durchgeführt werden.

 

Der BLLV dankte dem Kultusministerium ausdrücklich für diese deutlichen Verbesserungen und die damit bewiesene Flexibilität und Offenheit für Verbesserungen.

 

Nun stehen jedoch erneut Verschlechterungen ins Haus. Im kommenden Schuljahr aber müssen die Schulen auf Angebote zurückgreifen, die sie nicht kennen oder nicht wollen – und das, obwohl sie aus eigener Kraft ein bewährtes System aufgebaut haben. 

 

Außerdem werden die dafür bereitstehenden Mittel um bis zur Hälfte gekürzt und die Fortführung bewährter regionaler Modelle so unmöglich gemacht. Stattdessen müssen in Zukunft Module, die teilweise Inhalte abdecken, die bereits auf anderen Wegen kostenlos angeboten werden, in einem aufwendigen bürokratischen Verfahren eingekauft werden, ohne dass die Qualität der damit verbundenen Maßnahmen klar beurteilt werden kann. Zudem müssen aufwendige Vorgespräche erneut geführt werden, um abzuklären, welche Inhalte dieses Modul abdeckt und was dann ergänzend schulintern bewältigt werden muss. 

 

Ich bitte Sie deshalb dringend, diese Verschlechterung einer erfolgreichen Maßnahme zur Stärkung der Berufsorientierung an den Mittelschulen zu verhindern. Die bewährten regionalen Modelle müssen im Sinne einer Eigenverantwortlichen Schule auch in Zukunft fortgesetzt werden können. Außerdem muss der bürokratische Aufwand für die Schulleitungen so weit als möglich reduziert werden und die Höhe der bereit gestellten Mittel erhalten bleiben.

 

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Klaus Wenzel


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