13. März 2004

Resolution zur weiteren Verlängerung der Arbeitszeit für Lehrerinnen und Lehrer

"Weitere Arbeitszeitverlängerung belastet und demotiviert Lehrkräfte. Ferner vernichtet sie Einstellungsmöglichkeiten für eine große Zahl junger Lehrerinnen und Lehrer."

Der Landesausschuss des BLLV, das höchste Beschlussgremium zwischen den Delegiertenversammlungen, beobachtet mit größter Sorge die Steigerung der Wut in den Lehrerkollegien in Anbetracht der von Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber angekündigten dritten Arbeitszeitverlängerung in zehn Jahren.

Die derzeitige BLLV-Aktion Rotstift zeigt, dass Lehrerinnen und Lehrer weit über ihre Pflicht hinaus für ihre Schülerinnen und Schüler und für das Schulleben eine Vielzahl pädagogisch wertvoller Leistungen erbringen. Es besteht die große Gefahr, dass dieses weit über die Dienstpflichten hinausgehende Engagement schwindet, falls die vom Ministerpräsidenten in der Regierungserklärung angekündigte weitere Erhöhung der Unterrichtspflichtzeit tatsächlich Realität werden sollte. Lehrerinnen und Lehrer sähen sich gezwungen, auf wertvolle pädagogische, freiwillige Zusatzangebote zu verzichten.

Der BLLV-Landesausschuss befürchtet, dass die geplante weitere Arbeitszeitverlängerung nicht nur die Qualität schulischer Bildung drastisch verschlechtern würde, sondern auch dazu führen würde, dass eine große Zahl hochqualifizierter, bestausgebildeter und motivierter Lehrerinnen und Lehrer nach erfolgreicher Ausbildung keine Chance im Schuldienst hätte. Die Tatsache, dass nach Berechnungen des BLLV ca. 2.800 junge Kolleginnen und Kollegen, die dringend an den Schulen gebraucht würden, in die Arbeitslosigkeit geschickt werden, hat der BLLV-Landesausschuss mit Empörung zur Kenntnis genommen. Als blanken Hohn müssen es die Betroffenen empfinden, dass derzeit im Auftrag des Kultusministeriums bei Abiturienten immer noch Werbung für das Hauptschullehramt betrieben wird.

Auch in diesem Zusammenhang stellt sich für den BLLV die Frage nach der Überzeugungskraft, dass Bildung Priorität haben soll. Wiederholte Äußerungen, der Schaffung von Arbeitsplätzen sei Vorrang einzuräumen, erscheinen vor diesem Hintergrund widersprüchlich.

Der BLLV-Landesausschuss appelliert an das Bayerische Kabinett, den Plänen, die Arbeitszeit von Lehrerinnen und Lehrern erneut zu verlängern, nicht zuzustimmen. Statt über eine erneute Verlängerung der Arbeitszeit nachzudenken, sollte die Staatsregierung systematische Überlegungen anstellen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die alarmierenden Zahlen der krankheitsbedingten vorzeitigen Ruhestandsversetzungen von Lehrkräften zu reduzieren.

Einstimmig beschlossen vom BLLV-Landesausschuss am 13.03.2004


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