25. Januar 2005

Betriebspraktikum vor und während des Lehramtsstudiums Sonderpädagogik

Derzeit werden die Studierenden der Sonderpädagogik bei der Auswahl der Betriebe zum obligatorischen Betriebspraktikum auf den sozialen Bereich eingeschränkt. Namens des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) bitte ich Sie, die Ausführungsbestimmungen entsprechend zu ändern. Es gilt, das Fundament zur Ausbildung der Sonderpädagogen zu stärken.

Begründung

In der neunten Verordnung zur Änderung der Lehramtsprüfungsordnung I wird in der Begründung darauf hingewiesen, dass die neueren wissenschaftlichen Entwicklungen in den Fächern, Aktualisierungen der Fachterminologie und geänderte Schwerpunktsetzungen zu berücksichtigen sind.

Eine praxisnähere Gestaltung des Lehramtsstudiums soll u.a. dadurch erreicht werden, dass für alle Lehrämter ein Betriebspraktikum (§ 38 LPO I) eingeführt wird. Ihre Begründung findet dies mit der Forderung nach einem "gründlichen Einblick in die Berufswelt außerhalb der Schule".

In den Ausführungsbestimmungen zur "Organisation des Orientierungspraktikums und des Betriebspraktikums für die Lehrämter an öffentlichen Schulen im Rahmen der Lehramtsprüfungsordnung I" (LPO I) vom 28. Februar 2003, Nr. III.8-5 S 4020-PRA.9720, werden die Studierenden des Lehramtes für Sonderpädagogik jedoch auf Betriebe des sozialen Bereichs eingeschränkt. Eine entsprechende Einschränkung für andere Lehrämter gibt es dagegen nicht.

Diese Einschränkung entspricht nicht der Realität des Berufsfeldes der Sonderpädagogen. Sonderschullehrerinnen und Sonderschullehrer sind von seltenen Ausnahmen abgesehen nicht in einem Waisenhaus, Kinderheim, Altenheim etc. tätig. Die überwiegende Mehrheit aller Sonderpädagogen haben ihre Schülerinnen und Schüler genauso breit auf die Berufswelt wie die anderen Schularten vorzubereiten.

Weiterhin wurde mit der Einführung der "Sonderpädagogischen Diagnose- und Werkstattklassen (SDW)" das vormalige System der Berufswahlvorbereitung, Berufsorientierung und Berufseingliederung fortentwickelt. Es ist daher dringend nötig, dass die Studierenden der Sonderpädagogik ohne Einschränkung in Betriebe und deren Abläufe Einblick nehmen können, für die sie Schülerinnen und Schüler vorbereiten sollen.

Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich im Voraus!

aus einem Schreiben des BLLV-Präsidenten, Dr. h.c. Albin Dannhäuser, an die bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus, Monika Hohlmeier, vom 25.01.2005


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