30. Juli 2015

Ziele des Bildungsgipfels 2008 erfüllen!

Petition des "Forum Bildungspolitik in Bayern" an Landtagspräsidentin Barbara Stamm am 30.7.2015

 

 

Die folgende Petition richten wir im Namen des Forum Bildungspolitik in Bayern an Sie mit der Bitte um Weiterleitung an den zuständigen Fachausschuss. Bitte informieren Sie uns über den geplanten Termin der Behandlung dieser Petition im Fachausschuss und teilen Sie uns auch die Namen der Berichterstatter/innen vorab mit.

 

Bildungsgipfel 2008

 

„Aufstieg durch Bildung“ – so betitelten die Ministerpräsident/innen der Bundesländer den Bericht zu ihrem Treffen in Dresden 2008, bekannt auch als „Bildungsgipfel“ (Dokument unter: www.bmbf.de/pub/beschluss_bildungsgipfel_dresden.pdf). Gestartet werden sollte eine so genannte Qualifizierungsinitiative.

 

Zu den Zielen gehörte unter anderem, dafür zu sorgen, dass die Herkunft eines Menschen nicht über seinen Erfolg im Bildungssystem entscheidet. Bessere frühkindliche Bildung, kein Abschluss ohne Anschluss und Förderung von Berufsausbildung wurden unter anderem benannt. Bis 2015 sollten diese  Ziele erreicht werden.

 

Wie Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des gastgebenden Freistaats Sachsen, in seinem Vorwort zum Abschlussdokument des Treffens hervorhebt, können „nur die jeweiligen Landesregierungen auf die regionalen Gegebenheiten und Bedürfnisse angemessene

 

Antworten geben.“ Bayern hat sich insbesondere bei der Steigerung der Studienanfänger- und der Weiterbildungsbeteiligungsquote entwickelt. Dies erkennt das Forum Bildungspolitik in Bayern ausdrücklich an. Dennoch gibt es weiterhin Handlungsbedarf.

Ist-Stand

Im Januar 2015 veröffentlichte Prof. em. Dr. Klaus Klemm im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) eine Studie mit dem Titel „Bildungsgipfel-Bilanz 2014“. (Dokument unter: http://www.dgb.de/themen/++co++1849054a-9655-11e4-843b-52540023ef1a) Darin analysiert er (mit Blick auf das Jahr 2014), inwieweit die für 2015 gesteckten Ziele des Bildungsgipfels bis dahin realistisch erreichbar sind.

 

Was die oben genannten Absichten angeht, so erreicht Bayern mit „nur“ 4,5 % Schulabgänger/innen ohne Schulabschluss und 10,3 % Erwachsener ohne Berufsausbildung zwar in etwa die gesteckten Quoten von 4,0 % bzw. 8,5 %. Bei Menschen mit Migrationshintergrund liegen die Zahlen aber weiterhin über den Quoten.

 

Deutlichen Rückstand verzeichnet der Freistaat bei der Quote zur Betreuung Unter-Dreijähriger. Hier war schon für 2013 ein Prozentwert von 35,0 % angepeilt, den Bayern mit 27,1 % im Jahr 2014 deutlich verfehlt.

 

Petitum


Das Forum Bildungspolitik in Bayern fordert, dass der Freistaat verstärkt Bemühungen unternimmt, die Ziele des nationalen Bildungsgipfels von 2008 zu erreichen.

Vor allem muss die Tagesbetreuung für unter 3-Jährige erheblich ausgebaut werden. Im März 2014 stellten sich die Betreuungsquoten folgendermaßen dar:·

 

 

Saarland / Bremen

 je 26,9 % = Schlusslichter

Bayern

27,1 %

Deutschland

 32,3 %

Mecklenburg-Vorpommern

 56,4 %

Sachsen-Anhalt

 58,0 %

Brandenburg

 58,2 % = bester Wert


Selbst gemessen am deutschen Durchschnitt fällt der Freistaat Bayern also stark ab. Dies wird einer immer gern betonten nationalen Vorreiterrolle nicht gerecht.

 

Das Forum Bildungspolitik in Bayern fordert im Einzelnen:

  • Für der Ausbau der Kindertagesbetreuung müssen Qualitätsstandards definiert und konsequent eingehalten werden. Es müssen zudem mehr finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden.
  • Es bedarf ausreichenden und gut qualifizierten Personals, um eine höhere Betreuungsquote erreichen zu können. Daher fordert das Forum Bildungspolitik, mehr Erzieher/innen einzustellen und zugleich entsprechend aus- und fortzubilden. Es gilt zudem darauf zu achten, die Anteile der befristeten Arbeitsverträge dabei möglichst gering zu halten.
  • Das Berufsbildung des/der Kinderpfleger/in und Erzieher/in muss dringend aufgewertet werden. Eine entsprechende Anerkennung sollte sich auch in der Bezahlung äußern.
  • Das Forum Bildungspolitik tritt dafür ein, dass Arbeitszeiten familienfreundlich gestaltet werden, um Eltern und Kindern ein geregeltes Beisammensein zu ermöglichen. Dessen ungeachtet besteht die Notwendigkeit für Kinderbetreuung zu ungewöhnlichen Arbeitszeiten. Daher soll geprüft werden, inwieweit die rechtlichen Grundlagen für solche Angebote genutzt und verbessert werden können.


_________________________________

Der Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend, Familie und Integration hat die Petition am 26.11.15 beraten. Er hat mit den Stimmen der CSU-Mehrheit beschlossen, die Petition der Staatsregierung als Material zu überweisen (§ 80,3 GO).

 

 

 


Suche

Im Blickpunkt

Reformkonzept

Kinderhaus Casadeni