11. Juli 2007

Berufsbild Heilpädagogische Förderlehrer/innen

Petition des BLLV

Hiermit sende ich Ihnen namens des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) eine Petition zum Berufsbild der Heilpädagogischen Förderlehrer/innen mit der Bitte um Weiterleitung an den zuständigen Fachausschuss.

Heilpädagogische Förderlehrer/innen bewähren sich seit vielen Jahren in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf in Frühfördereinrichtungen, in den Schulvorbereitenden Einrichtungen, im Bereich der mobilen sonderpädagogische Hilfen und allen Sonderpädagogischen Förderzentren.

Trotzdem wird dieser Berufsgruppe nicht ausreichend Anerkennung und Wertschätzung entgegen gebracht.

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) strebt deshalb die Weiterentwicklung des Berufsbildes Heilpädagogischer Förderlehrer/innen an.

Heilpädagogische Förderlehrer/innen haben neben einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Erzieher/innen oder Heilerziehungspfleger/innen eine zweijährige sonderpädagogische berufsbegleitende Zusatzausbildung des Kultusministeriums oder sind auch Heilpädagogen/in der Fachakademie.

Heilpädagogische Förderlehrer/innen sind somit für alle Förderschwerpunkte der Förderzentren und Förderschulen bestens qualifiziert.

Im Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz (BayEUG), Art. 60, Abs. 2, Satz 1 werden folgende Aufgaben definiert: „Heilpädagogische Förderlehrerinnen bzw. Förderlehrer, Werkmeister und sonstiges Personal für heilpädagogische Unterrichtshilfe unterstützen die Erziehungs- und Unterrichtstätigkeit der Lehrkraft; im Rahmen eines mit den Sonderschullehrerinnen bzw. Sonderschullehrern gemeinsam erstellten Gesamtplans wirken sie bei Erziehung, Unterrichtung und Beratung von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf mit.“

Der BLLV fordert deshalb:

  1. Der Höherqualifikation der zweijährigen berufsbegleitenden Zusatzausbildung mit abschließender praktischer und theoretischer Prüfung muss Rechnung getragen werden.
    Kollegen/innen mit berufsbegleitender Zusatzausbildung zur Heilpädagogischen Förderlehrer/in müssen in ihrem Status bessergestellt werden.
    Heilpädagogische Förderlehrer/innen in Schulvorbereitenden Einrichtungen leiten die Gruppen selbständig und eigenverantwortlich. Heilpädagogische Förderlehrer/innen und Sonderschullehrer/innen sollen kooperativ zusammmenarbeiten.
    Auch in den Schulen mit dem Förderschwerpunkt der geistigen Entwicklung sollen in kooperativer Zusammenarbeit mit den Sonderschullehrer/innen die Klassen unterrichtet werden. Die Zeugnisse werden von beiden Personengruppen unterschrieben.
    Auch im Einsatzbereich der mobilen sonderpädagogischen Hilfen arbeiten Heilpädagogische Förderlehrer/innen selbständig und eigenverantwortlich in Kooperation mit den Sonderschullehrer/innen.
    Diese Forderung bedarf einer Änderung des Art. 60 (2) BayEUG.
  2. Heilpädagogischen Förderlehrer/innen soll der Einsatz im Bereich des Förderunterrichts an allen Sonderpädagogischen Förderzentren ermöglicht werden.
    Durch die Zusatzausbildung sind die Kollegen/innen für die Arbeit mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache, soziale und emotionale sowie geistige und motorische Entwicklung deutlich qualifiziert worden.
  3. Auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die im Rahmen der Integration die Regelschule besuchen, sollen in Zusammenarbeit mit dem Mobilen Sonderpädagogischen Dienst auch von Heilpädagogischen Förderlehrer/innen betreut werden.
  4. Die Höherbesoldung der Heilpädagogischen Förderlehrer/innen mit Zusatzausbildung soll sofort nach Abschluss des berufsbegleitenden Lehrgangs erfolgen.
    Bis dahin soll die zusätzliche Qualifikation bei Bestehen der Prüfung durch eine Übergangsregelung honoriert werden.
  5. Im Status sollen die Heilpädagogischen Förderlehrer/innen den Fachlehrer/innen angeglichen werden.
  6. Die berufsbegleitende sonderpädagogische Zusatzausbildung für das Personal für heilpädagogische Unterrichtshilfe an Förderschulen soll auch in Zukunft gewährleistet werden.

Aus einem Schreiben des BLLV-Präsidenten, Klaus Wenzel, an den Präsidenten des Bayerischen Landtages, Alois Glück, vom 11.07.2007


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