13. Dezember 2004

Entwicklung der Hauptschule

Die aktuelle sehr kontroverse Diskussion der Befunde der PISA-Studie 2003 hat die kritische Entwicklung der Hauptschule in das Zentrum der schulpolitischen Auseinandersetzung gerückt. Am radikalsten ist die Forderung nach der Auflösung dieser Schulart.

Während die Hauptschule in einer Reihe von Bundesländern nicht mehr als eigenständige Schulart, sondern in Regel-, Mittel- und Regionalschulen oder in einer erweiterten Realschule aufgegangen ist bzw. nur noch von einer Minderheit der Schülerpopulation nachgefragt wird, besuchen sie in Bayern noch rund 39 % der 8. Jahrgangsstufe. Gleichwohl beobachtet der BLLV mit großer Sorge die deutlich schwindende Akzeptanz der Hauptschule. Weder in der öffentlichen Wahrnehmung noch im Bewusstsein vieler Eltern ist die Hauptschule in Bayern eine attraktive schulische Alternative, obwohl seit Jahren versucht wird, ihr Profil zu schärfen, indem der Mittlere Bildungsabschluss dort ebenso möglich ist wie der Qualifizierende Hauptschulabschluss und Regelabschluss.

Namens des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) wende ich mich - nach meinem Schreiben vom 18. Oktober 2004 an alle Abgeordneten des Bayerischen Landtags - noch einmal mit dem eindringlichen Appell an Sie, alles in Ihren Kräften Stehende zu veranlassen, dass die Hauptschule in Bayern innerhalb des gegliederten Systems eine reelle Chance als Angebotsschule hat.

Vordringlich ist aus der Sicht des BLLV

  1. die Umsetzung einer zweiten Stufe der Hauptschulreform, wie sie der BLLV bereits im Mai 2003 eingebracht hat. Dazu bieten sich versuchsweise zwei Modellangebote je Regierungsbezirk an,
  2. der Verzicht auf die Streichung der 500 Lehrerplanstellen an den Hauptschulen, wie dies im Entwurf des Doppelhaushalts 2005/06 vorgesehen ist. Die Hauptschule ist neben der Grundschule die einzige Schulart, bei der erneut massiv Lehrerplanstellen entfallen sollen.

Der BLLV steht grundsätzlich für alle Gespräche offen. Allerdings weist er auch auf erhebliche Verwerfungen der Schullandschaft hin, wenn der Hauptschule der Boden entzogen wird.

Der BLLV setzt auf Ihre raschen und überzeugenden positiven Entscheidungen.

Nach einem Schreiben des BLLV-Präsidenten, Dr. h.c. Albin Dannhäuser, an den Bayerischen Ministerpräsidenten, Dr. Edmund Stoiber, vom 13.12.2004


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