14. Mai 2007

Eckpunkte eines Gesamtkonzepts Fremdsprachenunterricht

Eingabe des BLLV vom 14.05.2007

Angesichts der Entwicklung des Fremdsprachenunterrichts in der Bundesrepublik Deutschland fordert der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) die Entwicklung eines Gesamtkonzepts des Fremdsprachenunterrichts. Damit soll der Fremdsprachenunterricht auf allen Ebenen nachhaltig und positiv beeinflusst werden.

Ein Gesamtkonzept Fremdsprachenunterricht

Der BLLV bittet das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus, sich für ein Gesamtkonzept Fremdsprachenunterricht einzusetzen, das den nachfolgenden Voraussetzungen genügt. Ein Gesamtkonzept Fremdsprachenunterricht

  • muss in einem Zug erfolgen,
  • verhindert so das Arbeiten an verschiedenen „Baustellen“, die heute Standards für den Mittleren Abschluss entwickeln und übermorgen über Notengebung am Ende der Grundschule entscheidet,
  • muss in einem schulartenübergreifenden Gremium an einem Tisch und in einer baldmöglichst festzusetzenden Zeitspanne erstellt werden,
  • verlangt von den Teilnehmer/innen dieses Gremiums, dass sie Eigeninteressen hintanstellen und über den eigenen Tellerrand hinausschauen,
  • erwartet von den Teilnehmer/innen dieses Gremiums, dass sie über die Eigenarten, Ziele und Methoden der schulartspezifischen Fremdsprachenunterrichte Bescheid wissen,
  • hat zu allererst eindeutig den Rahmen festzulegen, für den es zu gelten hat,
  • beginnt also mit dem Kindergarten / oder der ersten Jahrgangsstufe / oder der dritten Jahrgangsstufe und endet mit dem Abitur (jeglicher Ausprägung: FOS, BOS etc.),
  • muss ein Kontinuum des Fremdsprachenlernens beschreiben, das deutlich macht, wie die Inhalte und Lernziele der einzelnen Jahrgangsstufen bzw. Klassenstufen aufeinander aufbauen (es soll verhindert werden, dass Lehrkräfte weiterführender Schulen meinen, sie müssten wieder bei Null anfangen und „das Rad neu erfinden“, wo die Rundung doch schon längst vorgegeben ist),
  • macht Aussagen darüber, wie sich der Fremdsprachenunterricht auf einzelnen Klassenstufen bzw. in einzelnen Schularten (auch Förderschulen) voneinander unterscheidet,
  • setzt „Trittsteine“ (Niveaustufen, Lernziele, Standards o. Ä.), die aufeinander aufbauen,
  • macht eindeutige Aussagen darüber, welche Gewichtung den einzelnen Teilbereichen des Fremdsprachenunterrichts (Wortschatz, Sprechen, Hörverstehen, Leseverstehen, Schreiben, Grammatik) in den einzelnen Klassenstufen (1/2, 3/4, 5/6, 7/8, 9/10, 11/12) zukommt,
  • macht deutlich, was die aufnehmende Lehrkraft von den ankommenden Schüler/innen erwarten und für den weiteren Unterricht nutzen kann und muss (Beispiel KdLp),
  • macht eindeutige Aussagen zur Ein- oder Mehrsprachigkeit in der Grundschule,
  • setzt den Beginn von 2. und 3. Fremdsprache in allen Schularten (auch wünschenswert: M-Klassen der Hauptschule) fest,
  • muss Auswirkungen auf alle Phasen der Lehreraus- und Lehrerfortbildung haben,
  • gilt ab einem fest zu setzenden Zeitpunkt für einen festzusetzenden, längeren Zeitraum (um den Schulen einen Zeitraum ruhigen, störungsfreien Arbeitens zu gewährleisten),
  • wird erst nach diesem festgelegten Zeitraum diskutiert und auf den Prüfstand gestellt (um eben dieses störungsfreie Arbeiten zu gewährleisten),
  • muss auf einen Konsens im bundesdeutschen Kulturföderalismus vertrauen können.

Gerne steht der BLLV für ergänzende Gespräche oder Rückfragen zur Verfügung und bringt sich auch in die weitere Erstellung des geforderten Gesamtkonzepts Fremdsprachenunterricht beratend ein.

aus einem Schreiben des BLLV-Präsidenten, Dr. h.c. Albin Dannhäuser, an das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus vom 14.05.2007


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