13. Oktober 2011

Stellungnahme des BLLV zum Entwurf der Verordnung zur Änderung der VSO

Stellungnahme des BLLV am 13.10.2011

Ihr Schreiben vom 21.07.2011 Ihr Zeichen: IV.4 – 5 S 7610 – 4b.60915

 

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) dankt für die Zusendung des Entwurfs der Verordnung zur Änderung der Volksschulordnung (VS0) und nimmt wie folgt Stellung:

 

Zu unserer grundsätzlich positiven Sicht der Projektprüfung verweisen wir auf unsere Eingabe vom 15.4.2011. Zu Ihrer Information finden Sie dieses Schreiben als Anlage beigefügt. 

 

A) Anmerkungen zu dem Vorblatt zu dem Entwurf zu der Verordnung zur Änderung der VSO Abschnitt D) Kosten 

Den Kostenaufwand für Projektarbeiten in den arbeitspraktischen Fächern trug bisher der Sachaufwandsträger. Mit anfallenden Kosten für die Vorbereitung und Durchführung der 

Projektprüfung sollte ebenso verfahren werden. Wenn eine zusätzliche Prüfung installiert wird, muss dies auch finanziell unterstützt werden.

 

B) Anmerkungen zu dem Entwurf zu der Verordnung zur Änderung der VSO

Die nachfolgenden Anmerkungen beziehen sich sämtlich auf § 1 des Entwurfs der Verordnung zur Änderung der VSO, in der vom Entwurf vorgegebenen Bezifferung. 

 

zu Nr. 10 Abschnitt b) 

Sollten Schülerinnen und Schüler aus anderen Schularten (externe Prüflinge) besondere Bedürfnisse und Kenntnisse bezüglich einer Ablegung der Projektprüfung haben, so ist diesem Sachverhalt am besten Rechnung zu tragen, indem diese externen Prüflinge die Projektprüfung an ihrer jeweiligen Schule bzw. Schulart ablegen. Mit der Prüfung im Fach Wirtschaft und Recht, das an Stelle von AWT abgelegt wird, ist ein analoges Verfahren seit vielen Jahren in Gebrauch. Ein bloßes „Hinzuziehen“ von Lehrkräften anderer Schularten widerspricht einem objektiven und kriterial definierten Prüfungsmodus, da nicht erkennbar ist, welche genauen Aufgaben den an der Prüfung beteiligten externen Lehrkräften zugeteilt wird. Die strikte Trennung der Schularten darf sich nicht negativ auf die Schülerinnen und Schüler auswirken.

 

zu Nr. 4 b) 

Von einer „Klarstellung“ und einer Beseitigung von „Zweifelsfragen“ der Erziehungs-berechtigten kann bei den zahlreichen Möglichkeiten der Aufnahme in die M-Klassen nicht die Rede sein. Es dürfte eher das Gegenteil der Fall sein. Im Gegensatz zu anderen Übertrittsbedingungen wie etwa nach der fünften Klasse Mittelschule in Gymnasium oder Realschule, trägt die Vielzahl an Beurteilungs- bzw. Prüfungszeitpunkten zu einer Unübersichtlichkeit der Aufnahmebedingungen bei. Anstatt zu einer Vereinfachung und Transparenz der Aufnahmemodalitäten zu gelangen, wird der organisatorische Aufwand noch erhöht. Der Anspruch, die Aufnahme in die M-Klassen gerechter und objektiver zu gestalten, wird dadurch ebenfalls nicht erreicht. Eine Rückkehr zu den bisher in der VSO verankerten Aufnahmebedingungen (Zwischenzeugnis oder Entscheidung der Lehrer-konferenz) würde die Entscheidungskompetenzen bei den unterrichtenden Lehrkräften belassen und dadurch die pädagogische Verantwortung für die künftigen M-Schülerinnen und -schüler stärken, zumal es sich meist um Lehrkräfte desselben Schulverbundes handelt und dadurch ein gemeinsames Interesse an den pädagogischen und organisatorischen Belangen vorliegt. Die aufnehmende Schule bietet daneben den Schülerinnen und Schülern, die bisher im Aufnahmeverfahren erfolglos waren, die Möglichkeit, durch die Aufnahme-prüfung (im Anschluss an das Halbjahreszeugnis) die Aufnahmevoraussetzungen zu erfüllen.

 

Mit allen weiteren Punkten, zu denen hier keine Anmerkungen gemacht wurden, erklärt sich der BLLV einverstanden.

 

Für eventuelle Rückfragen oder ergänzende Gespräche stehen wir gerne zur Verfügung.


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