18. Dezember 2007

Änderung der Verordnung für die Einrichtung eines Staatsinstituts für die Ausbildung von Förderlehrern

Stellungnahme des BLLV vom 18.12.2007

Namens des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) danke ich für den o.g. Änderungsentwurf und nehme die eingeräumte Möglichkeit zur Stellungnahme gerne wahr.

Der BLLV akzeptiert die Ausweitung der Ausbildung von Förderlehrer/innen (Ausbildungskapazitäten). Allerdings hält er die momentane Institutsausbildung hierfür nicht geeignet. Der BLLV fordert deshalb statt der Gründung eines zweiten Instituts die Einrichtung eines Fachhochschulstudienganges an einer der bestehenden Fachhochschulen und die Umwandlung des bestehenden Instituts in eine Fachhochschule.

Die beigefügten Ausbildungsinhalte sollen in vollem Umfang in den Studiengang einfließen. Bereits im Dienst befindliche Förderlehrkräfte müssen die Gelegenheit der Angleichung bekommen.

Der BLLV begrüßt die Intention den Schulen zusätzliches Fachpersonal zukommen zu lassen und damit auf die alarmierenden Ergebnisse verschiedener Studien zu reagieren. Eine qualitativ hochwertige Ausbildung bildet die Basis für gute Förderung unserer Schülerinnen und Schüler. Damit Förderlehrer/innen zukünftig auch an weiterführenden Schulen eingesetzt werden können, ist es erforderlich, die Eingangsvoraussetzungen anzuheben und die Ausbildung auf das Niveau eines Fachhochschulstudienganges anzuheben.

Um das Berufsbild der Förderlehrer/innen zu spezifizieren wurden die Ausbildungsinhalte modifiziert und der Stellungnahme beigefügt. Sie zeigen die an den Schulen dringend erforderlichen Qualifikationen auf. Förderlehrer/innen müssen in der heutigen Zeit mit diesen Qualifikationen gerüstet sein, um gewinnbringende Individualisierung und Differenzierung zu gewährleisten.

Absolute Notwendigkeit ist in dieser Hinsicht auch eine Neuregelung der augenblicklich gültigen Dienstanweisung, wonach Förderlehrer/innen bis zu 5 Stunden pro Woche zu Vertretungsstunden herangezogen werden können. Auf Kosten einzelner Schülergruppen können Förderlehrkräfte dadurch ihrem charakteristischen Auftrag nicht mehr gerecht werden.

Die Erweiterung der Ausbildungskapazität muss der Findung von Fachpersonal für förderbedürftige und leistungsstarke Kinder dienen und darf nicht dazu missbraucht werden „Billiglehrer“ in die Schulen zu schleusen.

Für Rückfragen und ergänzende Gespräche stehen wir gerne zur Verfügung.

aus einem Schreiben des BLLV-Präsidenten, Klaus Wenzel, an den Ministerialdirektor im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Josef Erhard, vom 18.12.2007


Suche

Im Blickpunkt

Reformkonzept

Kinderhaus Casadeni