29. November 2008

Kriterien für Schulversuch Kooperationsmodell

Einstimmiger Beschluss des BLLV-Landesausschusses vom 29. November 2008

In den nächsten Tagen sollen im Kultusministerium Kriterien für die Genehmigung von Schul­versuchen zum Kooperationsmodell nach Artikel 30 der Koalitionsvereinbarung 2008 bis 2013 entwickelt werden. Hierzu fordert der Landesausschuss des Bayerischen Lehrer und Lehrerinnenverbandes (BLLV): 

Der BLLV hat das Konzept der Regionalen Schulentwicklung als Antwort auf die Herausforderungen der künftigen Schulentwicklung vorgelegt. Der BLLV-Landesausschuss begrüßt deshalb die Grundsatzentscheidung, künftig Regionale Schulversuche zuzulassen, die das wohnortnahe Angebot attraktiver Schulabschlüsse gewährleisten sollen. Mit großer Freude stellen wir fest, dass durch diese Grundsatzentscheidung in der Koalitionsvereinbarung Schließungen von Hauptschulen verhindert und der ländliche Raum nachhaltig gestärkt werden sollen.

Es müssen drei wichtige Bedingungen erfüllt werden um zu gewährleisten, dass die Modellversuche auch tatsächlich eine spürbare Verbesserung der schulischen Situation in Bayern bedeuten:  

  1. Die Zahl der Schulversuche darf nicht zu gering sein. Alle Anträge aus den Gemeinden müssen undogmatisch auf ihre Realisierungschancen geprüft werden.
  2. Die Schulversuche dürfen nicht von vorne herein auf ein einheitliches Organisationsmodell beschränkt werden.
  3. Die Schulversuche müssen gut ausgestattet sein. Dies gilt sowohl für die Lehrerstundenzuweisungen als auch für die Hilfen zur Entwicklung und Umsetzung der pädagogischen und didaktischen Konzepte.

Uns geht es nicht um Ideologie, sondern um pragmatische Lösungen. Allerdings dürfen vor Ort entwickelte passgenaue Lösungen nicht allein deshalb abgelehnt werden, weil sie bisherige Lösungsansätze überschreiten.

Wo der Erhalt der wohnortnahen Schule, und damit der kulturellen und wirtschaftlichen Attraktivität des ländlichen Raums, schulartübergreifende Lösungen notwendig macht, dürfen diese nicht prinzipiell ausgeschlossen werden. Im Rahmen der Schulversuche müssen auch solche Modelle zugelassen werden,

  • bei denen Abschlüsse an Schulen angeboten werden, die nach ihrer bisherigen
    Struktur dort nicht vorgesehen waren
  • und bei denen Schulen - auch ohne Kooperation mit einer bestehenden anderen Schule - Konzepte mit dem Ziel entwickeln, die wohnortnahe Schule zu erhalten und die Bildungsbeteiligung der Eltern einer Gemeinde durch attraktive Bildungsangebote zu erhöhen.

Der BLLV-Landesausschuss erwartet, dass die Koalitionsvereinbarung als Chance für eine moderate, pragmatische und organische Weiterentwicklung des differenzierten Schulwesens in Bayern genutzt wird. Ein starres Festhalten am Status quo würde dringend notwendige Anpassungen an die demografische Entwicklung und das sich verändernde Übertrittsverhalten verhindern und den Gemeinden sowie der gesamten Entwicklung des ländlichen Raums schaden.

Der BLLV-Landesausschuss fordert alle Verantwortlichen auf, dies zu verhindern und auf der Basis der hier geforderten Kriterien die Schulversuche durchzuführen.


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