6. Dezember 2004

Beobachtung und Beurteilung in der 1. und 2. Jahrgangsstufe der Grundschule

Für das sehr offene und konstruktive Gespräch zur Beobachtung und Beurteilung von Schülerinnen und Schülern in der 1. und 2. Jahrgangsstufe der Grundschule am 2. diesen Monats möchte ich Ihnen noch einmal aufrichtig danken.
Da die Entscheidung über die Form der Beobachtung und Beurteilung in den Zwischenzeugnissen unmittelbar ansteht, muss ich Sie dringend über die Einschätzung des BLLV informieren, dessen Landesausschuss sich am Wochenende erneut intensiv mit der Situation und Stimmungslage an den Grundschulen befasst hat.

Prinzipiell halten wir, wie wiederholt dargestellt, die Beobachtung des Lern-, Arbeits- und Sozialverhaltens aus pädagogischen Gründen für wertvoll und vor allem dann für zielführend, wenn diese neben der Elternberatung auch zu individuellen pädagogischen Fördermöglichkeiten führt.

Im Landesausschuss des BLLV wurde einhellig dargestellt, dass die Stimmung in den Schulen trotz der schnellen Rücknahme der Handreichung sehr aufgewühlt ist. Angesichts der Tatsache, dass die Schulen derzeit weder präzise Vorgaben darüber haben, wie zu verfahren ist noch Zeugnisformulare, ist die Verunsicherung der Lehrer- und Elternschaft groß. Insbesondere beklagen Lehrerkollegien den enormen Zeitdruck. Selbst wenn Mitte Dezember der von Ihnen angekündigte knappe Leitfaden die Schulen erreicht, bleibt kaum die erforderliche Zeit, um die Neuregelung pädagogisch professionell und verantwortungsbewusst bereits im Zwischenzeugnis zu realisieren.

Ich bitte Sie deshalb namens des Landesausschusses des BLLV eindringlich, dass die Beurteilung des Lern-, Arbeits- und Sozialverhaltens erstmals in das Jahreszeugnis aufgenommen wird. Diese Lösung wäre nicht nur sachlich angemessen und verantwortbar, sondern würde mit Sicherheit bei der Eltern- und Lehrerschaft auf größte Zustimmung stoßen.

Für Ihr Verständnis und für Ihre Unterstützung danke ich Ihnen.

Nach einem Schreiben des BLLV-Präsidenten, Dr. h.c. Albin Dannhäuser, an den Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Karl Freller, vom 06.12.2004


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