13. November 2015

Familien- und Sexualerziehung in den bayerischen Schulen

Stand vom 15.10.2015 - 83. Sitzung des Landesschulbeirats vom 19. Oktober 2015 - hier: TOP 4

Der BLLV dankt für die Übermittlung des Entwurfes zu den „Richtlinie für die Familien- und Sexualerziehung in den bayerischen Schulen“ und nimmt dazu wie folgt Stellung:

 

Der BLLV begrüßt in vielen Punkten die Änderungen in den „Richtlinien für die Familien- und Sexualerziehung in den bayerischen Schulen“.

 

Insbesondere beachtet es der BLLV als sehr positiv, dass im Entwurf der Vielfältigkeit menschlicher Sexualität (Bi-, Trans-, Intersexualität) viel Raum gegeben wird bzw. diese verstärkt Berücksichtigung findet (Homosexualität).

Des Weiteren begrüßen wir die Thematisierung der Medien und deren Einfluss auf die Sexualität sowie die verstärkte Beachtung der Themen Verhütung, sexuelle Krankheiten und Hygiene.

 

Der BLLV gibt jedoch zu bedenken, dass der oder die „Beauftragte für Familien- und Medienerziehung“, der/die zugleich auch immer „Interventionsbeauftragte/r“ ist, für unser Verständnis der/die Schulpsycholog/in sein müsste, der/die aber damit zeitlich und inhaltlich stark überlastet wäre.

 

Kritisch sehen wir auch die Reduzierung der „Aktionswoche für das Leben“ auf den „Tag des Lebens“. Einerseits ergibt sich hier für die Schulleitungen mehr Gestaltungsfreiheit, andererseits können wichtige Themen nicht ausführlich genug behandelt werden.

 

Die Gültigkeit der neuen Richtlinien über alle Schularten hinweg erachtet der BLLV als positiv. Umso unverständlicher ist es uns jedoch, warum außerschulische Expert/innen nicht auch in den Grundschulen hinzugezogen werden können. Wir bitten ausdrücklich, dies wieder zu ermöglichen.

 

Von der umfassenden Themenvielfalt her beurteilt der BLLV den Entwurf insgesamt als einen Schritt in Richtung einer modernen Familien- und Sexualerziehung, die dem Wandel in unserer Gesellschaft entspricht.

 

Unserer Meinung nach ist es unerlässlich, parallel Fortbildungen und Ausbildungsinhalte der Lehrerbildung kontinuierlich den rasanten Änderungen unserer Gesellschaft anzupassen, da kaum ein Unterrichtsgebiet so dem Zeitgeist unterliegt, wie die Familien- und Sexualerziehung.

 


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