14. Juli 2010

Modellversuch „flexible Grundschule“

Petition vom 15.9.2010 an den Bayerischen Landtag

Resolution 

Einstimmiger Beschluss des BLLV-Landesvorstands am 14. Juli 2010

Der BLLV begrüßt die Intentionen des Modellversuchs „flexible Grundschule“ grundsätzlich. Wir fordern seit langem, Heterogenität zuzulassen und statt auf die Illusion homogener Lerngruppen auf individuelle Förderung zu setzen. Ziel sollte das erfolgreiche Lernen jedes einzelnen Schülers und jeder einzelnen Schülerin sein, die ihre jeweiligen individuellen Leistungspotentiale ausschöpfen und optimal gefördert werden, nicht das möglichst schnelle Durchlaufen der Grundschulzeit. Auch Hochbegabte brauchen Zeit zum Reifen.

Individuelle Förderung bedeutet, dass jedem Schüler und jeder Schülerin mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, um auf die jeweiligen Stärken und Schwächen maßgeschneiderte Lernarrangements entwickeln und anwenden zu können. Dies bedeutet aber auch einen erheblichen personellen Zusatzbedarf.

Der BLLV fordert daher eine angemessene personelle Ausstattung des Modellversuchs „flexible Grundschule“:

  • Jede am Modellversuch beteiligte Klasse muss 10 Lehrerstunden für zusätzliche Fördermaßnahmen erhalten.
  • Für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf muss es jeweils mindestens drei zusätzliche MSD-Stunden geben.
  • Die Klassenhöchststärke muss bei 20 liegen.
  • Für den zusätzlichen Aufwand durch Fortbildung sowie Koordination und Kooperation im Rahmen des Modellversuchs müssen ebenfalls ausreichend Anrechnungsstunden für die beteiligten Lehrkräfte zur Verfügung gestellt werden.

Individuelle Förderung ist Maßarbeit und nicht Fließbandproduktion. Dies kostet Zeit und Geld. Wer individuelles Lernen in einer flexiblen Lerngruppe erreichen will, muss beides aufbringen. Dies gilt sowohl für den Modellversuch als auch für eine spätere flächendeckende Umsetzung der dort erprobten Maßnahmen.

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»Stellungnahme des Staatssekretärs für Unterricht und Kultus, Dr. Marcel Huber, an den Bayerischen Landtag

Der Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport des Bayerischen Landtags hat die Petition am 9.12.10 beraten. Mit den Stimmen von CSU, FDP und der Freien Wähler wurde mehrheitlich beschlossen, die Petition der Staatsregierung als "Material" zu übersenden (vgl. § 80,4 der GO des Landtags). Die SPD und Bündnis 90/Die Grünen stimmen für die Petition ("Berücksichtigung" vgl. § 80,3 der GO des Landtags).

»Stellungnahme des KM


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