17. März 2001

Resolution zur Hauptschulreform

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) hat die aktuelle Hauptschulreform von Anfang an begrüßt und auf Landes-, Bezirks- und Schulhausebene durch konkrete Maßnahmen unterstützt. Im Vorfeld politischer Beschlüsse hatte der BLLV weitreichende pädagogische und strukturelle Impulse empfohlen. Das Engagement des BLLV und der vorbildliche Einsatz der Lehrerinnen und Lehrer haben dazu geführt, dass die neuen Angebote und Abschlüsse der Hauptschule in erfreulich hohem Maße akzeptiert und nachgefragt werden.

Sowohl Eltern als auch das Beschäftigungssystem haben erkannt, dass die Hauptschule eine gleichwertige Alternative zu den anderen weiterführenden Schulen darstellt. Das didaktische Konzept, moderne Methoden und attraktive Abschlüsse am Ende der neunten bzw. zehnten Jahrgangsstufe begründen die besondere Position der Hauptschule innerhalb des gegliederten Schulsystems.

Die aktuelle Hauptschulreform in Bayern wurde - wenn auch spät - von politischer Seite mit Nachdruck vorangetrieben und von konkreten Zusagen begleitet.

So heißt es in einer KM-Pressemitteilung vom 7. Juli 2000:

    "Die Ministerin kündigte an, die Hauptschulen personell aufzustocken:

    Um den Erfolg der Reform abzusichern, werden wir statt der in den vorbereitenden Planungen vorgesehenen zusätzlichen 800 Stellen 1.300 Stellen einsetzen. Mit diesem Kraftakt belegen wir den hohen Stellenwert, den schulische Bildung für die Staatsregierung hat, so die Ministerin. Entsprechende Mittel seien bereits bewilligt worden".

Klare Aussagen gab es auch zur Organisation der M-Angebote, die eine Hinführung zum Mittleren Schulabschluss fördern sollen:

    "Anstelle von M-Klassen können in den Jahrgangsstufen 7 und 8 zur Vorbereitung auf einen späteren Eintritt in eine M-Klasse auch M-Kurse zur Förderung besonders leistungsfähiger Schüler in den Fächern Deutsch/Mathematik/Englisch angeboten werden"

Kultusministerielles Schreiben (KMS) vom 7. April 2000

    "Zusätzlich sollen je nach den örtlichen Gegebenheiten auch M-Kurse eingerichtet werden. Kultusministerin Hohlmeier betonte, dass das M-Konzept für die Jahrgangsstufen 7 und 8 sowohl Klassen als auch Kurse vorsehe und beide Organisationsformen gleichwertig nebeneinander stünden."

KM-Pressemitteilung vom 1. Februar 2000

    "Die Umsetzung vor Ort soll flexibel gestaltet werden. In weniger dicht besiedelten Gegenden Bayerns wird es nicht überall gelingen, schon ab der 7. Klasse M-Klassen einzurichten. Deshalb wird es auch M-Kurse geben."

KMS vom 7. April 2000.

Der BLLV muss nun allerdings angesichts der konkreten Umsetzung der Hauptschulreform vor Ort feststellen, dass die Vorgaben aus dem Kultusministerium sehr unterschiedlich berücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere für die Zulassung der flexiblen Umsetzung vor Ort.

Außerdem kann nicht bestätigt werden, dass die angekündigten Stellen, für die nach Aussage der Kultusministerin die entsprechenden Mittel bereits bewilligt wurden, bei der Klassenbildung zur Verfügung stehen.

Der BLLV fordert daher im Interesse eines weiteren erfolgreichen Verlaufs der Hauptschulreform,

  • die in Aussicht gestellten Lehrerplanstellen so schnell wie möglich auch tatsächlich zur Verfügung zu stellen;
  • den Hauptschulen genügend zusätzliche Lehrerstunden zu gewähren, die in eigener Verantwortung für flexible Formen schulinterner Förderung in allen Jahrgangsstufen genutzt werden können;
  • dadurch die wohnortnahe Hauptschule zu erhalten und ein System der Zwei-Klassen-Hauptschule mit zentralisierten M-Standorten einerseits und degradierten Hauptschulen ohne M-Angebote andererseits zu verhindern;
  • bei der Zuteilung der zusätzlichen Lehrerstunden darauf zu achten, dass nicht nur Fördermöglichkeiten für die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler angeboten werden können, sondern auch zusätzliche Förderung für alle übrigen;
  • dass Absolventen der P-Klassen und P-Kurse grundsätzlich einen erfolgreichen Abschluss erreichen können.

Der BLLV wird seinerseits weiterhin alles in seinen Kräften Stehende unternehmen, um den Erfolg der Hauptschulreform zu sichern.

Einstimmig beschlossen vom BLLV-Landesausschuss am 17.03.2001


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