7. Dezember 2002

"Zusatzausbildung" für Fachlehrer/innen

In Oberfranken (Staatliche Schulämter Hof Land und Hof Stadt) ist eine Zusatzausbildung in Form eines zweiwöchigen Crashkurses in den Fächern Gewerblich-technischer Bereich (GtB) und Kaufmännisch-bürotechnischer Bereich (KbB) ausgeschrieben, um auf diese Art "qualifizierten Lehrkräften" den Einsatz in den Jahrgangsstufen 7 - 10 in diesen Fächern zu ermöglichen. Ähnliche Aktivitäten sind auch in anderen Regierungsbezirken festzustellen.

Der BLLV-Landesausschuss verwahrt sich auf das Entschiedenste dagegen, dass durch eine sogenannte "Zusatzausbildung" in den Fächern Gewerblich-technischer Bereich (GtB) und Kaufmännisch-bürotechnischer Bereich (KbB) die vierjährige fachliche und pädagogische Fachlehrerausbildung unterlaufen wird.

Solche dilettantischen Versuche, den Mangel zu beheben, schaden dem Ansehen der Hauptschule. Sie ignorieren die Bedeutung und Wertigkeit dieser arbeitspraktischen Fachbereiche im Lernfeld Arbeitslehre. Für unsere Hauptschülerinnen und Hauptschüler bedeutet es eine Reduzierung elementarer profilbildender Qualifikationen.

Durch oberflächlich antrainierte Übungsaufgaben in diesen sogenannten "Zusatzaus bildungen" für so komplexe Fachbereiche, wie sie der Gewerblich-technische Bereich (GtB) und der Kaufmännisch-bürotechnische Bereich (KbB) darstellen, wird das Profil des bayerischen Hauptschulwesens systematisch in Frage gestellt. Weder den Schülern, den Fächern noch dem zum großen Teil verunsicherten Lehrkräften wird dadurch ein Dienst erwiesen.

Alle verantwortungsbewussten und kompetenten Kräfte in der bayerischen Schul- und Bildungspolitik werden gebeten, sich vehement dafür einzusetzen, dass die Qualität des gewerblich-technischen und kommunikationstechnischen Fachunterrichts der Hauptschule nicht durch unqualifizierte und deshalb fragwürdige Zusatzausbildungen massiv beschädigt wird.

Einstimmig beschlossen vom BLLV-Landesausschuss am 07.12.2002


Suche

Im Blickpunkt

Reformkonzept

Kinderhaus Casadeni