5. Februar 2001

Ausbildung von Fachlehrer/innen (H/H)

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) geht entsprechend seiner verbandspolitischen Grundauffassungen von der Gleichwertigkeit aller Lehrämter aus. Das Studium aller Lehrämter hat deshalb grundsätzlich an Universitäten zu erfolgen. Bis dieser Schritt erreicht ist, müssen Optimierungen unter pragmatischen Gesichtspunkten und möglichst schnell vorgenommen werden. Der Vorschlag für eine Neugestaltung der Ausbildung für Fachlehrer/innen für Handarbeit/Hauswirtschaft im Landtagsantrag Drs. 14/1375 (Neufassung) kann aus Sicht des BLLV deshalb lediglich eine Übergangslösung darstellen. Er kann dazu beitragen, die Ausbildung für Fachlehrer/innen Handarbeit/Hauswirtschaft an die aktuellen Erfordernisse in der Unterrichts- und Erziehungspraxis anzupassen.

Der BLLV fordert seit Jahren eine Angleichung der Ausbildung für Fachlehrer/innen für Handarbeit/Hauswirtschaft an die reformierte Ausbildung für Fachlehrer/innen der musisch-technischen Fächer. Diese Forderung wurde mit dem Antrag 14/1375 in der ursprünglichen Fassung aufgegriffen. In der Neufassung dieses Antrages ist die Forderung leider nicht mehr enthalten. Wir bitten deshalb nachdrücklich darum, das Ziel einer Angleichung wieder in den Antrag aufzunehmen.

Ungeachtet dessen halten wir Folgendes fest:

  • Für den Eintritt in das Staatsinstitut ist eine Eignungsprüfung analog zur Ausbildung der musisch-technischen Fachlehrer/innen erforderlich. Nur so können heute notwendige Qualifikationen der Fachlehrer/innen wie hohe Flexibilität, Kompetenz zu wissenschaftlicher Reflexion über Erziehung und Unterricht oder professionelles pädagogisches Handeln gewährleistet werden.
  • Bereits die Berufsfachschule sollte durch Erhöhung der fachspezifischen Ausbildung und durch Stärkung der Allgemeinbildung stärker an den Lehrberuf heranführen.
  • Der Bereich der EDV muss in die Ausbildung integriert werden, da der Lehrplan im hauswirtschaftlich-sozialen Bereich bereits jetzt ca. 20 - 25 % EDV-Inhalte fordert.
  • Bereits vor oder spätestens zu Beginn der Ausbildung am Staatsinstitut muss durch geeignete Verfahren (z. B. Orientierungspraktika) sichergestellt werden, dass sich die Studienentscheidung an realistischen und qualitativen Anforderungen des späteren Lehrberufs orientiert.

aus der Eingabe des BLLV an den Bayerischen Landtag


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