12. September 2012

Fortschreibung Landesentwicklungsplan (LEP)

Stellungnahme des BLLV an das Wirtschaftsministerium am 12.9.2012

Namens des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) möchte ich zunächst mein Bedauern darüber zum Ausdruck bringen, dass der BLLV nicht offiziell in das Anhörungsverfahren Ihres Ministeriums zur Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms (LEP) einbezogen wurde. Dies befremdet insofern, da im LEP auch wichtige bildungspolitische Fragen angesprochen werden.

Die Tatsache, dass der Entwurf des LEP über die Homepage Ihres Ministeriums abrufbar ist, macht es möglich, dass der BLLV dennoch folgende Stellungnahme abgibt:

Der BLLV stimmt den Aussagen auf S. 74f. des LEP, die die Bedeutung von Bildungseinrichtungen für die Chancengerechtigkeit für die Menschen betonen, zu. Um diese Einrichtungen flächendeckend in allen Teilräumen in zumutbarer Erreichbarkeit vorzuhalten, sind allerdings nach Auffassung des BLLV konkrete politische Entscheidungen nötig, die bisher ausgeblieben sind und auch nicht im LEP enthalten sind. Der BLLV spricht sich gegen die Neugründung von Realschulen und Gymnasien als Antwort auf die veränderte Nachfrage aus. Es ist angesichts der demografischen Entwicklung nach unserer Auffassung nicht sinnvoll, weitere Schulen zu gründen, während andere (Mittel-)Schulen gleichzeitig geschlossen werden müssen. Aus unserer Sicht gibt es pädagogisch attraktive und für die öffentlichen Haushalte wesentlich ökonomischere Alternativen, um der veränderten Bildungsaspiration der Eltern Rechnung zu tragen: Flexible, lokal passgenaue Lösungen jenseits der starren Trennung der Schularten ermöglichen die Nutzung vorhandener wohnortnaher Kapazitäten, um Schülerinnen und Schülern den Weg zum Abitur und zum Realschulabschluss zu ermöglichen, ohne dass neue Schulen gebaut und bestehende gleichzeitig aufgelöst werden müssen. Außerdem wird so das Netz wohnortnaher weiterführender Schulen weitgehend erhalten, während bei Fortführung der momentanen Politik nach unseren Prognosen der Bestand von etwa 500 Standorten weiterführender Schulen in Zukunft gefährdet sein werden.



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