28. Mai 2008

Prüfungen von Externen an Hauptschulen

Kritische Rückmeldungen von einzelnen BLLV-Mitgliedern und die Befürchtung, dass angesichts des letzten G9-Jahrgangs in Jgst. 10 in diesem Schuljahr, die Zahl der externen Prüflingen an den Hauptschulen deutlich zunehmen wird, haben den BLLV veranlasst eine kurze Befragung an den Hauptschulen durchzuführen.

Folgende Ergebnisse daraus möchte ich hervorheben (s. Anlage):

  • Mehr als 10.000 Teilnehmer an den externen Qualiprüfungen bedeuten eine sehr erhebliche Mehrarbeit für Hauptschullehrer/innen und Schulsekretär/innen.
  • Die Anmeldungen für die Qualiprüfungen gehen 2008 nicht zurück. Der Rückgang der Prüflinge aus den Gymnasien wird durch Anmeldungen von Schülern aus Real- und Berufsschulen überkompensiert.
  • Die Zahl der Anmeldung zum Erwerb des Mittleren Abschlusses an Hauptschulen hat sich mit voraussichtlich rd. 800 fast verdoppelt. Die Zahl der Gymnasiasten darunter hat sich verdreifacht, trotz der Möglichkeit die Mittlere Reife durch die besondere Prüfung am Gymnasium zu erwerben.

Der BLLV befürwortet grundsätzlich die Möglichkeit, dass Externe an der Hauptschule eine Prüfung zum Quali oder zum Mittleren Schulabschluss ablegen können. Diese Schüler verbessern damit ihre Position auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Der BLLV bittet aber, die Mehrbelastungen des Schulpersonals durch die Externenprüfungen zu reduzieren bzw. zu kompensieren. Dazu werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Es sollte die Möglichkeit bestehen, dass Lehrkräfte, die 38 Wochenstunden mit Externenprüfungen verbracht haben, im folgenden Schuljahr eine Stunde Ermäßigung auf ihre Unterrichtspflichtzeit erhalten. Diese Entlastung sollte Priorität haben.
  • Wenn eine solche Stundenentlastung aus zwingenden dienstlichen Gründen nicht möglich ist, sollte die bisherige Prüfervergütung mit deutlich angehobenen Sätzen greifen.
  • Die Schulen sollten nochmals auf die Möglichkeit der Prüfervergütung hingewiesen werden, da sich im Laufe der Befragung ergab, dass nicht alle Schulen von dieser Möglichkeit wussten. In diesem Zusammenhang wäre es sinnvoll, dass die Vergütung nicht mehr auf individuellen Antrag, sondern nach Meldung der Prüfer und des Umfangs ihrer Tätigkeit von den Schulämtern direkt bezahlt wird.
  • Zu prüfen ist, wie Schulsekretärinnen, insbesondere an Schulen, an denen sehr viele externe Prüfungen durchgeführt werden, angemessen für ihre Mehrarbeit entschädigt werden können.
  • Dem Missbrauch von Externenprüfungen an Hauptschulen als bloßes Prüfungstraining durch Schüler von Gymnasien, Realschulen oder Wirtschaftschulen ist entgegen zu treten. Diese Externen sollten bei der Anmeldung zur Prüfung den Nachweis erbringen, dass ihr Schulerfolg an ihrer Schule gefährdet ist.

Für ein vertiefendes konstruktives Gespräch zum Thema Prüfung von Externen an Hauptschulen stehe ich gerne zur Verfügung.

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Schreiben von BLLV-Präsident Klaus Wenzel an das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus vom 28.5.2008

Anlage

 


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