12. Oktober 2007

Neufassung der Schulordnung für Volksschulen zur Sonderpädagogischen Förderung (VSO-F)

Stellungnahme des BLLV vom 12.10.2007

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) dankt für die Zusendung des o.g. Entwurfs zur Änderung der VSO-F. Da Sie unserem Anliegen entgegengekommen sind und die Frist zur Stellungnahme verlängert haben, geben wir die gewünschte Stellungnahme nachfolgend gerne ab.

Ausdrücklich verweist der Bayerische Lehrer und Lehrerinnenverband (BLLV) auf seine Stellungnahme zur Neufassung der VSO vom 8.10.07, sowohl für die Vorbemerkung als auch für die Ausführungen zu den einzelnen Bestimmungen, soweit sie über die VSO-F 2007 auch Förderschulen betreffen.

Ergänzend hierzu nimmt der BLLV zu den folgenden Punkten wie folgt Stellung:

Zu § 10:

Aus welchem Grund an Volksschulen zur sonderpädagogischen Förderung – abweichend zur VSO – keine Klassenelternsprecher/innen gewählt werden können, um den Elternbeirat zu bilden, ist nicht nachvollziehbar. Der BLLV bittet darum, die entsprechenden Artikel aus der VSO einzuarbeiten mit der Möglichkeit, dass die einzelne Schule in Zusammenarbeit mit den Eltern entscheidet, ob Klassen- oder Stufenelternvertreter/innen gewählt werden sollen.

Zu § 13:

Satz 1 sollte – da der MSD auch in anderen Förderschulen eingesetzt werden kann - wie folgt umgestaltet werden: "Mobile sonderpädagogische Dienste werden eingesetzt, wenn zu erwarten ist, dass Schülerinnen und Schüler mit einer sonderpädagogischen Unterstützung mindestens aktiv am Unterricht der allgemeinen Schule bzw. Förderschule teilnehmen können oder ihr sonderpädagogischer Förderbedarf dort hinreichend erfüllt werden kann."

Zu § 47:

Satz 1 muss in Anlehnung an die VSO - wegen der Zunahme von Kooperationsmöglichkeiten u.a. der Außen- und Kooperationsklassen - wie folgt geändert werden: "Der Unterricht wird an fünf Wochentagen erfüllt". Der BLLV fordert an dieser Stelle die Übereinstimmung mit der VSO.

Zu § 50:

Abs. 2 sollte in Anlehnung an die VSO wie folgt geändert werden: "Schriftliche Leistungsnachweise werden durch Probearbeiten erbracht. In der Grundschulstufe müssen sie sich aus dem unmittelbaren Unterrichtsverlauf ergeben und werden nicht angekündigt. In der Hauptschulstufe können Probearbeiten je nach Umfang angekündigt werden; sie müssen angekündigt werden, wenn größere Lernabschnitte bearbeitet werden. An einem Tag darf nur eine Probearbeit, in der Woche sollen nicht mehr als zwei Probearbeiten abgehalten werden. § 46 Abs. 2 Satz 5 VSO gilt entsprechend."

Zu § 52:

Hier soll die Formulierung aus § 45 VSO Satz 4 aufgenommen werden, da auch an Förderschulen, Schülerinnen und Schüler durch den MSD anderer Förderschulen betreut werden können: "Soweit für die Schülerin oder den Schüler Mobile Sonderpädagogische Dienste eingesetzt sind, sind diese an der Entscheidung zu beteiligen, im Übrigen kann eine Stellungnahme einer Förderschule mit entsprechendem sonderpädagogischem Förderschwerpunkt eingeholt werden."

Zu § 75:

Abs. 3 Satz 1 sollte wie folgt geändert werden: "Die Förderschulen können mobile sonderpädagogische Hilfe nur in dem Umfang leisten, als ihnen hierfür Lehrpersonal zugewiesen wurde." Der BLLV setzt sich dafür ein, dass für diesen wichtigen, vorschulischen Bereich den Förderschulen zusätzliches Lehrpersonal und zusätzliche Förderstunden zugewiesen werden.

Anlage 13:

Die Stundentafel für den Förderschwerpunkt Lernen (Grundschulstufe, Jahrgangsstufe 3 und 4) bedarf einer Ergänzung um 2 Stunden für den Bereich der individuellen und gemeinsamen Förderung. Es ist nicht verständlich, warum dieser Förderschwerpunkt als einziger (ausgenommen "geistige Entwicklung") keine Stunden für die individuelle Förderung zugewiesen bekommt und die Gesamtstundenzahl nur 28 (alle anderen 30!) beträgt. Im Hinblick auf die Verzahnung der drei Förderschwerpunkte Sprache - Lernen - Emotionale und soziale Entwicklung in Sonderpädagogischen Förderzentren (SFZ) setzt sich der BLLV für die genannte Veränderung dieser Stundentafel ein.

Grundsätzlich vermissen wir im Entwurf der Schulordnung die Bereiche "Sonderpädagogisches Beratungszentrum", "Alternative schulische Angebote (AsA)" sowie "Sonderpädagogische Stütz- und Förderklassen".

aus einem Schreiben des BLLV-Präsidenten, Klaus Wenzel, an den Ministerialdirektor im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Josef Erhard, vom 12.10.2007


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