17. März 2003

Unterrichtsversorgung an Hauptschulen

Einsatz von Lehrerinnen und Lehrern der "alten" und der "neuen" Lehrerbildung

Bereits Anfang/Mitte der 90er Jahre kam es dazu, dass Lehrer/innen "alter" Lehrerbildung (Lehramt an Volksschulen) von ihrer "angestammten Schulart" versetzt wurden. Bei den Betroffenen kam es daraufhin zu erheblichen Irritationen. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) hat sich deshalb für eine konfliktarme und einvernehmliche Lösung eingesetzt. Zwischen dem Bayerischen Kultusministerium und dem BLLV wurde über mehrere Jahre ein intensiver Meinungsaustausch und auch Schriftwechsel geführt.

Aufgrund des absehbaren bzw. teilweise schon eingetretenen Lehrermangels an der Hauptschule besteht die Gefahr, dass sich diese Situation wiederholt: Lehrer/innen "alter" Lehrerbildung werden nach jahrelangem Einsatz an der Grundschule nun an eine Hauptschule bzw. eine Jahrgangsstufe der Hauptschule versetzt. Ich erlaube mir deshalb namens des BLLV auf unsere bereits vor 10 Jahren geäußerte Position zurückzukommen.

Es ging und geht darum, dass Lehrerinnen und Lehrer der "alten" Lehrerbildung, die seit Jahrzehnten in der Grundschule eingesetzt sind, unvermittelt an die Hauptschule versetzt werden. Außerdem beobachten wir, dass Lehrerinnen und Lehrer des Lehramtes Grundschule verstärkt als Hauptschullehrkräfte eingesetzt werden.

Diese Entwicklung führt nicht nur zu Beunruhigung und Verärgerung bei vielen betroffenen Kolleginnen und Kollegen, sondern steht auch im Widerspruch zu den Qualitätskriterien der in Bayern sehr anspruchsvollen Lehrerbildung.

Wir wiederholen daher unsere u.a. am 15. Februar 1995 geäußerte Bitte, beim Einsatz beider Lehrergruppen ("alte" und "neue" Lehrerbildung) auf deren erworbene und studierte Schwerpunktsetzung nach Schulart und Fächerverbindung Rücksicht zu nehmen.

Sollte ein stufen- oder fachfremder Einsatz unabwendbar sein, sollte dies

  • freiwillig erfolgen,
  • keine zu großen "Stufensprünge" verlangen,
  • rechtzeitig angekündigt
  • und durch qualifizierte Fortbildungsmaßnahmen begleitet sein.

Im Interesse einer qualifizierten Schulentwicklung erwartet der BLLV eine Bedarfsplanung, der zu entnehmen ist, wie die zukünftige Unterrichtsversorgung an Hauptschulen auf hohem Niveau gewährleistet werden kann.

aus einem Schreiben des BLLV-Präsidenten, Dr. h.c. Albin Dannhäuser, an die bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus, Monika Hohlmeier


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