28. November 2009

Resolution zu Schulleitungen

Mehr Eigenverantwortung angemessene und rasche Übertragung der Stellenanhebung auf die Schulleitungen mehr Zeit für pädagogisches Führungshandeln

- Einstimmiger Beschluss des BLLV-Landesausschusses vom 28. November 2009 -

Die Kienbaum-Untersuchung stellte bereits im Jahr 1995 (!) fest, dass die Anrechnungsstunden für Schulleitungen an Grund-, Haupt- und Förderschulen im Vergleich mit anderen Schularten unzureichend sind. Seither kamen viele neue Aufgaben ohne adäquaten Ausgleich hinzu:
 

Unsere zusätzlichen Aufgaben sind

  • die Vorkurse sowie die M- und P-Klassen
  • die Evaluationsvor- und -nachbereitung
  • die Deutschlerngruppen
  • die Schulprofilbildung und die Schulentwicklung
  • die zeitaufwändigen offenen und gebundenen Ganztagsschulen
  • die Mittagsbetreuung
  • jahrgangsübergreifende Klassen, Kooperationsklassen usw.
  • die Organisation der modularen Förderung
  • die umfangreiche vertiefte Berufsorientierung und
  • die verpflichtende Kooperation mit den unterschiedlichsten Partnern, mit Sozialpädagogen und sonstigen - auch ehrenamtlichen - Betreuungskräften
  • der Aufbau von Mittelschulen und Schulverbünden
  • das Führen von Mitarbeitergesprächen
  • die Organisation der internen Lehrerfortbildung
  • engere Zusammenarbeit „Kindergarten – Grundschule“
  • die Durchführung der dienstlichen Beurteilung

Darüber hinaus sind wir äußerst stark zusätzlich belastet durch:

  • Klassenführung und Vertretungsregelung bei gleichzeitigem Einsatz als stille mobile Reserve in unseren Schulleiterstunden
  • Unterrichtsbesuche und Nachbesprechungen
  • Kontakte zu regionalen außerschulischen Einrichtungen und Repräsentation der Schule
  • die komplizierte Organisation der Lernzielkontrollen und Überwachung der Gleichheit der Leistungsanforderungen an der Grund- und Hauptschule
  • die Aufgaben für den Sachaufwandsträger, die aus dem bayerischen Schulfinanzierungsgesetz abgeleitet und ständig ausgeweitet werden
  • vermehrten Bedarf an Eltern- und Beratungsgesprächen wegen einer Zunahme von Erziehungs- und Disziplinschwierigkeiten
  • zusätzliche Flut von Statistiken

In unserer Arbeit brauchen wir keinen Haupt-Hauptschul-Leiter im Sinne einer neuen Hierarchieebene in den neuen Schulverbünden, sondern Verwaltungsreduzierung und -vereinfachung! Dem Schulleiter/der Schulleiterin muss mehr Eigenverantwortung und mehr Entscheidungskompetenz zugebilligt werden. Dazu müssen ihm/ihr die nötigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden! Unsere Arbeitsbedingungen stimmen schon lange nicht mehr. Der Staat kommt seiner Fürsorgepflicht nicht mehr nach.

Wir Schulleiterinnen und Schulleiter im BLLV fordern zwei Stunden für pädagogisches Führungshandeln zusätzlich zu den bereits vorhandenen Anrechnungsstunden, deren Bemessungsgrundlage in Bezug auf die Schülerzahlen deutlich gesenkt werden muss! Darüber hinaus fordern wir Anrechnungen für weitere Aufgaben, wie z.B. Ganztags­schulbetrieb (eine Stunde pro Gruppe/Klasse) oder Vollschulbetrieb. Ein entsprechender Aufgaben- und Anrechnungskatalog ist zu entwickeln. Wir fordern mehr Vertrauen und Zutrauen in die Selbstverantwortung und Gestaltungskraft der Schulleitungen!


Dateien:
Schulleitungen-5.pdf40 K

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