5. Juni 2008

Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2008

Lehrerbildung in Bayern

Die Lehrerbildung in Bayern setzt die Zielsetzungen des Bologna-Prozesses um. Dabei kommt es zu deutlichen Schwierigkeiten. Der nationale und internationale Anschluss ist gefährdet. Bayern darf keine Lehrer „light“ ausbilden und Grund-, Haupt- und Realschullehrer mit sieben Semestern beschränken und somit einen Master-Lehrer verhindern. Die Gleichwertigkeit alle Lehrämter ist Ziel des BLLV. Der Expertenstatus des Lehrers in Zeiten steigender Anforderungen und erhöhter vielschichtiger Kompetenzen muss ernsthaft und nachhaltig verfolgt werden.

  • Wie schätzen Sie die aktuelle Qualität der Lehrerbildung in Bayern ein und was wollen Sie unternehmen, um den Stellenwert der Lehrerbildung an den bayerischen Universitäten zu steigern?
  • Wie will Ihre Partei sicherstellen, dass der Lehrer der Zukunft ein professioneller Pädagoge ist, der mit exzellentem kompetenzorientierten Handlungswissen ausgestattet ist und so alle Schüler entsprechend ihrer Lernbiographien optimal fördern kann?

Vergleichsarbeiten

Vergleichsarbeiten fixieren zwar den nationalen und internationalen Bildungsstand Bayerns, schaffen aber keine zusätzlichen Möglichkeiten für die Verbesserung von Schule. Diagnose ohne Förderung ist nicht sinnvoll. Das bayerische Bildungs- und Schulwesen ist aus Sicht des BLLV unterfinanziert. Gerade die Mittel für eine frühe und intensive Förderung in der Grundschule liegen deutlich unterhalb der Bildungsfinanzierung der Industrieländer.

  • Was hat Ihre Partei im Programm, um die Investitionen in Bildung auf internationales Niveau zu bringen?
  • Wie stellen Sie sicher, dass die Klassenhöchststärke in der Grundschule 25 Schüler nicht überschreitet?
  • Was aber unternehmen Sie, um mehr pädagogisch-psychologisches Fachpersonal und eine deutlich verbesserte Schüler-Lehrerrelation zu erreichen?

 
Weiterentwicklung der Schullandschaft

Die demographische Entwicklung und der Wandel des Übertrittsverhaltens führen aus Sicht des BLLV dazu, dass das schulische Angebot in der Sekundarstufe auszudünnen droht. Zahlreiche Hauptschulen sind in ihrem Bestand gefährdet, für immer mehr Schüler wird ein wohnortnaher Abschluss unerreichbar.

Der BLLV hat als Antwort auf diese Herausforderungen das Konzept der Regionalen Schulentwicklung vorgelegt.

  • Wie will Ihre Partei den Erhalt der wohnortnahen Schule sichern?
  • Wie schätzen Sie das BLLV-Konzept der Regionalen Schulentwicklung (RSE) ein?
  • Sehen Sie die Trennung der Schüler nach der 4. Jahrgangsstufe als höheren Wert an als den Erhalt der wohnortnahen Schule?

Übertrittsdruck in der Grundschule

Unser Schulsystem zwingt Lehrer und Eltern viel zu früh, eine Entscheidung über die schulische Laufbahn ihrer Kinder zu treffen:

Die Übertrittsentscheidung steht in engem Zusammenhang mit der sozialen Herkunft des Kindes. Dies wird durch Nachhilfeunterricht noch verstärkt. Eine Prognose auf der Grundlage von kognitiven Leistungen von Zehnjährigen hat keinerlei ernsthafte Aussagekraft für die Einschätzung der späteren Lernpotentiale. Durch die frühe Fixierung auf Noten werden motivierte und wissbegierige Kinder schnell auf einen veräußerlichten und reduzierten Leistungsbegriff reduziert. Die Auswirkungen auf die soziale und emotionale Stabilität, auf das Selbstwertgefühl und auf die Lernmotivation der Kinder sind dramatisch. Die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern sind starken Belastungen ausgesetzt.

  • Was gedenkt Ihre Partei gegen diesen Übertrittsdruck und seine negativen Folgen zu unternehmen?
  • Reicht in Ihren Augen eine Reform des Übertrittsverfahrens aus oder streben Sie weitergehende Reformen an, die den Ausleseauftrag der Schule reduzieren sollen?

 
Beförderungsämter

Der BLLV begrüßt, dass im Rahmen der Dienstrechtsreform Beförderungsmöglichkeiten für Lehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen geschaffen bzw. erweitert werden. Ab welchem Zeitpunkt will Ihre Partei diese Ämter zur Verfügung stellen und welcher Prozentanteil an Stellen soll bereitgestellt werden?
 

Pensionsalter

Die Staatsregierung plant die Altersgrenze analog den Regelungen des Rentenrechts auf 67 Jahre zu erhöhen. Wie steht Ihre Partei zu der in den Eckpunkten zur Dienstrechtsreform vorgeschlagenen Regelung für den Lehrerbereich? Der BLLV befürchtet, dass bei einer Umsetzung dieses Vorschlags die Zahl der Pensionierungen wegen Dienstunfähigkeit sprunghaft ansteigen wird. Teilen Sie die Meinung des BLLV, dass für Lehrkräfte eine Sonderaltersgrenze gelten muss, die den Belastungen des Lehrberufs gerecht wird?

Wertschätzung

Die Wertschätzung der Lehrkräfte ist in Bayern und in der Bundesrepublik Deutschland leider schlecht. Auch manche Politiker tragen durch populistische Äußerungen hierzu bei.

In anderen Ländern, beispielsweise in Schweden, Finnland und Norwegen, ist die öffentliche Wahrnehmung und die Wertschätzung des Lehrerberufs erheblich positiver.

  • Was gedenkt Ihre Partei zu tun, um das öffentliche Ansehen des Lehrerberufs positiv zu beeinflussen?

 
Arbeitsschutzgesetz

Die EU-Richtlinie „Gesundheit am Arbeitsplatz“ und das Arbeitsschutzgesetz wurden für den Schulbereich in Bayern bislang nur völlig unzureichend umgesetzt. Insbesondere im Bereich der Prävention sieht der BLLV dringenden Handlungsbedarf.

  • Hat Ihre Partei die Absicht, dieses Thema aufzugreifen und sich für eine Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes einzusetzen?

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