15. September 2016

Aussetzung der externen Evaluation im Pflichtschulbereich

Schreiben an Staatsminister Dr. Spaenle am 15.9.2016



Die Landesdelegiertenversammlung des BLLV vom Mai 2015 hat sich für eine Aussetzung bzw. Freiwilligkeit der externen Evaluation ausgesprochen: 


Die externe Evaluation im Pflichtschulbereich soll nur noch auf ausdrücklichen Wunsch des Lehrerkollegiums und in einem selbst zu bestimmenden Turnus durchgeführt werden
(vgl. Anlage). 


In der Begründung heißt es:

Die „Schule in erweiterter Verantwortung“ bzw. die „Eigenverantwortliche Schule“, die als
Voraussetzung für die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der externen Evaluation stehen, sind nicht verwirklicht worden. Vielmehr sind beratende und unterstützende Institutionen wie Schulämter und Bezirksregierungen nach wie vor schulorganisatorisch und personell entscheidend. Im Bereich Mittelschule ist durch die Verbundkoordinatoren noch ein zusätzliches Bewertungs- und Entscheidungsorgan entstanden.

 

Weiter heißt es:

Die bisher durchgeführten Evaluationen zeigen in überwältigender Mehrheit:

  • Die Durchführung ist mit enormem Aufwand verbunden und bedeutet somit eine große zusätzliche Belastung für alle Beteiligten.
  • Die erstellten Zielvereinbarungen sind gut gemeint, aber nicht zu erreichen und wirken durch die daraus resultierende Frustration kontraproduktiv.
  • Es werden enorme Ressourcen verschlungen, die dem pädagogischen Alltag fehlen.
  • Die Evaluationsteams können die pädagogischen und organisatorischen Details nur unzureichend einschätzen; gleichwohl wird ihr Urteil zur Dienstlichen Beurteilung herangezogen.
  • Bisweilen werden den Schulleitungen zeitliche Ressourcen durch die Abordnung von Stellvertretern als Evaluatoren entzogen.

 

Ich nehme den Schuljahresbeginn zum Anlass, mich an Sie mit der Bitte um Unterstützung zu wenden. Die Personalsituation im Schuljahr 2016/2017 im Pflichtschulbereich ist angespannt. Dies lässt es erneut als widersinnig erscheinen, so große Ressourcen für die externe Evaluation zu binden. 

Die Aussetzung der externen Evaluation im Pflichtschulbereich würde nicht nur dem Freistaat Bayern Kosten sparen. Sie brächte außerdem enorme Entlastung für alle Kolleginnen und Kollegen sowie die Schulleitungen und steigerte somit nicht zuletzt den Schulfrieden.

 

 

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Kommentar von Simone Fleischmann "Die Unterrichtsversorgung kippt" ›

 

In der Sitzung des Bildungsausschusses vom 16.3.17 erklärte eine Vertreterin des Bayerischen Kultusministeriums:

„Das Kultusministerium erachte die Externe Evaluation als bewährtes Instrument der Qualitätssicherung, das Kräfte an den einzelnen Schulen bündeln und somit zu einer Arbeitserleichterung führen könne. Deshalb werde von einer Aussetzung abgeraten. Sollte es an einzelnen Schulen aufgrund verschiedener ungünstiger Faktoren zeitweise zu Engpässen kommen, könne die Evaluation jedoch verschoben werden.“ (Quelle: Protokoll der Ausschusssitzung)

Bereits am 16.11.2016 hatte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle in einem Schreiben an BLLV-Präsidentin folgende Aussage getroffen:

„Selbstverständlich sind wir bemüht, besondere Belastungen an einzelnen Schulen zu vermeiden. Im konkreten Einzelfall, wenn an einer Schule, die zur Evaluation anstünde, die Voraussetzungen ungünstig sind, kann daher mit der Schulaufsicht vereinbart werden, die Evaluation zu verschieben.“

 

 

In der Sitzung des Bildungsausschusses vom 16.3.17 erklärte eine Vertreterin des Bayerischen Kultusministeriums:

„Das Kultusministerium erachte die Externe Evaluation als bewährtes Instrument der Qualitätssicherung, das Kräfte an den einzelnen Schulen bündeln und somit zu einer Arbeitserleichterung führen könne. Deshalb werde von einer Aussetzung abgeraten. Sollte es an einzelnen Schulen aufgrund verschiedener ungünstiger Faktoren zeitweise zu Engpässen kommen, könne die Evaluation jedoch verschoben werden.“ (Quelle: Protokoll der Ausschusssitzung)

 

Bereits am 16.11.2016 hatte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle in einem Schreiben an BLLV-Präsidentin folgende Aussage getroffen:

„Selbstverständlich sind wir bemüht, besondere Belastungen an einzelnen Schulen zu vermeiden. Im konkreten Einzelfall, wenn an einer Schule, die zur Evaluation anstünde, die Voraussetzungen ungünstig sind, kann daher mit der Schulaufsicht vereinbart werden, die Evaluation zu verschieben.“ Schreiben von Kultusminister Spaenle am 16.11.2017 ›

 


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