2. Juni 2005

Zulassungs-, Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Fachlehrer (ZAPO Fachlehrer)

Stellungnahme des BLLV

Trotz der sehr kurzfristigen und in die Ferien fallenden Terminierung, die wir sehr bedauern, hat sich der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) mit dem Entwurf der Zulassungs-, Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Fachlehrer eingehend befasst.

Aus grundsätzlichen Erwägungen lehnt der BLLV den vorliegenden Entwurf ab.

Der BLLV geht schon seit jeher prinzipiell von einer Gleichwertigkeit aller Lehrämter aus. Dies bedeutet, wie von Seiten unseres Verbandes auch immer wieder gefordert, für alle Lehrkräfte und alle Fächer eine akademische Ausbildung. Aus diesem Grund plädieren wir seit jeher dafür, die bisherigen Fachlehrerausbildungen einzustellen und die entsprechenden Fächer in die Universitäten zu integrieren.

Der Entwurf der ZAPO Fachlehrer bedeutet hier einen Schritt in die genau entgegen gesetzte Richtung. Die darin beinhalteten neuen Fächer (Sport, Musik, Englisch und Kunsterziehung) sind derzeit bereits in der akademischen Lehrerbildung vertreten. Der Versuch, auf dem Weg einer abgewerteten Parallelausbildung Probleme des Lehrereinsatzes zu lösen und gleichzeitig die betroffenen Fächer statusrechtlich abzusenken, kann vom BLLV nicht akzeptiert werden. Hier wird Geld auf Kosten der Professionalität und damit der schulischen Qualität gespart.

Der BLLV erkennt im Entwurf der ZAPO Fachlehrer den Versuch nicht akademisch ausgebildete Lehrkräfte verstärkt auszubilden und einzusetzen. Eine inhaltliche Begründung, warum es für die Unterrichtung eines Faches unterschiedliche Ausbildungen geben soll, ist für uns nicht ersichtlich. Wir sehen damit große Gefahren für die Professionalität und für die akademische Lehrerbildung insgesamt.

Für Rückfragen und ergänzende Gespräche stehen wir gerne zur Verfügung.

Eingabe des BLLV an das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus vom 02.06.2005


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