Bildung braucht Lehrer!

2010 werden Hunderte von fertigen Lehrerinnen und Lehrern arbeitslos. Gleichzeitig sind die Klassen an den Gymnasien und Realschulen übergroß. Gleichzeitig müssen Ganztagsschulen an allen Schularten ohne ausreichend Personal eingerichtet werden. Gleichzeitig haben die Grundschulen zu wenig Lehrer für die individuelle Förderung. Gleichzeitig stehen ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer auf der Straße. Diese Situation ist ein Skandal.

Wir machen Druck. Helft uns dabei. Unterzeichnet die Eingabe an den Bayerischen Landtag, denn dieser entscheidet über die Lehrerstellen.

Macht unsere MopsAktion bekannt.

Ihr findet sie auch in facebook und twitter.

 


Petition

Bildung braucht Lehrer

Sehr geehrte Frau Präsidentin, als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ) im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) richte ich diese Petition gemeinsam mit den Mitunterzeichnern an Sie. Bitte leiten Sie diese Petition an den zuständigen Ausschuss zur Beratung weiter und informieren mich vorab über den geplanten Termin der Behandlung.

Aktuelle Situation:

Die Lebenschancen des Einzelnen hängen heute mehr denn je von Bildung und Wissen ab. Die Dienstleistungsgesellschaft wird durch die Wissensgesellschaft ergänzt und weiterentwickelt. Wissen ist die einzige und damit wichtigste Ressource, über die wir in unserem Land unbegrenzt verfügen könn(t)en. Aber leider haben wir diesen Schatz (noch) nicht richtig zu schätzen gelernt. Wegen des stufenweisen Aufbaus von Jahrgangsstufe 1 an sind wir von einem umfassenden Ganztagesangebot an unseren bayerischen Schulen noch weit entfernt.Zudem erfolgte mit der Umsetzung der gebundenen Ganztagsschule an der Hauptschule eine Streichung von 19 auf 12 Lehrerstunden pro Klasse.  Ein weiterer Aspekt sind die formulierten Ziele gemäß Koalitionsvereinbarung. Klassenhöchst-zahlen von 25 an den Grund- und Hauptschulen beziehungsweise 30 an den übrigen Schulen sind noch immer nicht die Regel. „Dazu ist pro Schuljahr die Schaffung von mindestens 1000 zusätzlichen Lehrerstellen erforderlich.“, so der Inhalt der Koalitionsvereinbarung 2008 bis 2013 zwischen CSU und FDP für die 16. Wahlperiode des Bayerischen Landtags. Dazu kommt die weiterhin katastrophale Einstellungssituation im Bereich der Grundschule: Aktuell stehen 1354 ausgebildete Grundschullehrkräfte auf der Warteliste, Stand: 26.01.2010. Nach der Veröffentlichung der Staatsnote Mitte Juli wird sich diese Zahl aller Voraussicht nach noch drastisch erhöhen. Kritisch zu betrachten ist des Weiteren die Situation für Realschule und Gymnasium. Allein letztes Jahr wurden 36 ausgebildete Realschullehrkräfte sowie 185 Lehrkräfte für das Gymnasium nicht eingestellt.  Eine Umfrage der Landeselternvereinigung (LEV) an Gymnasien schlägt Alarm.  Mehrere Tausend Eltern an 120 Gymnasien in Bayern hatten sich im Februar und März an einer Befragung beteiligt. Das Ergebnis ist alarmierend: In der neunten Jahrgangsstufe nimmt bereits jeder dritte Schüler Nachhilfe in den Fächern Mathematik und Latein in Anspruch. In diesen Fächern herrsche der größte Lehrermangel, so die Vorstandschaft der LEV.  Bis zu  450 Euro für Nachhilfestunden eines Sechstklässlers werden demzufolge pro Monat ausgegeben. Im Förderschulbereich ist die Situation ebenso kritisch zu sehen: Abgesehen von den fehlenden räumlichen Voraussetzungen an vielen Förderschulen sind hier die Schülerzahlen pro Klasse im Ländervergleich zu hoch. Dabei gab es 780 Bewerber, von denen nur 385 eine Einstellung bekamen, d. h. 395 Bewerber stehen auf der Warteliste. Für die Fachlehrkräfte gilt eine ähnliche Situation: Von 412 Bewerbern bekamen nur 211 eine Einstellung, d. h. 201 junge Kolleginnen und Kollegen sind derzeit unberücksichtigt. Um eine flächendeckende individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler erreichen zu können, ist es unbedingt notwendig, weiterhin alle Förderlehrerinnen und Förderlehrer einzustellen. Auch die Zahl der Mobilen Reserven entspricht seit Jahren nicht mehr dem immer noch steigenden Bedarf. Fazit für alle Schularten für das Schuljahr 2009/10: Von 6002 Bewerbern bekamen 2080 kein Beschäftigungsverhältnis, das entspricht insgesamt 34,7%. 

Petitum:

Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ) und der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) fordern die Schaffung neuer Planstellen für Lehrer/innen aller Schularten im Doppelhaushalt 2011/2012 zu Gunsten eines Ausbaus der individuellen Förderung.

Begründung:

In der vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus im Januar herausgegebenen Lehrerinfo 01/2010 war als ein zentrales Anliegen „Individuelle Förderung statt Einheitsschule“ zu lesen. Genau diese Anliegen verfolgen wir mit der vorliegenden Petition. Im Zentrum unserer Bitte stehen die Schülerinnen und Schüler, die – wie es in dem erwähnten Beitrag so treffend formuliert ist – beim Eintritt in die Grundschule nicht nebeneinander in den Startblöcken stehen, sondern oft um einige Meter versetzt in ihre Schullaufbahn starten. Um diese ungleichen Startmöglichkeiten zu nivellieren, bedarf es einer sehr individuellen Förderung gerade in den ersten Schuljahren. Jahrgangskombinierte Klassen innerhalb einer „flexiblen Grundschule“ sind hier eine Möglichkeit. Doch ohne eine entsprechende Erhöhung der Lehrerplanstellen, fehlen auch hier die personellen Ressourcen, um erfolgreich im Sinne des Wohles unserer Kinder arbeiten zu können. Um das Anliegen einer individuellen Förderung umsetzen zu können, muss die personelle Situation an unseren bayerischen Schulen dringend verbessert werden. Nur durch eine Erhöhung der Lehrerplanstellen können

  • die Ziele des Koalitionsvertrages erreicht werden.
  • Klassenstärken an allen Schulen gesenkt werden, um ein förderliches  Arbeiten zu gewährleisten.
  • Förderstunden und Intensivierungsstunden angemessen umgesetzt werden.
  • Stundenausfälle kompensiert werden.
  • Stundenanrechnungen für Lehrkräfte ermöglicht und die dringend notwendigen Kooperationen zwischen den einzelnen Schularten vorangebracht und erfolgreich gestaltet werden.
  • Ganztagesangebote ausgeweitet und effektiv gestaltet werden.
  • mehr Mobile Reserven eingesetzt werden.
  • die Arbeiten des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes in dem Maße ausgebaut werden,dass  der Forderung nach einer inklusiven Bildung an bayerischen Schulen Rechnung getragen werden kann.
  • zeitgemäße Fachunterrichtsstunden in den einzelnen Bereichen durchgeführt werden.
  • die Nachhilfe-Aktionen, die landesweit boomen, eingedämmt werden.

Aus den aufgeführten Punkten ist zu ersehen, dass unsere Petition schulartübergreifend zu verstehen ist und auf eine Verbesserung der personellen Ausstattung aller Schularten abzielt. Schüler brauchen Zukunft. Zukunft braucht Bildung. Bildung braucht Lehrer! Die Zukunftschancen von Junglehrern sollten realistisch bleiben und nicht zur Vision werden. Solange es in Bayern ein differenziertes Schulsystem gibt,  sollten finanzielle Mittel differenziert und bewusst berücksichtigt werden. Es kann nicht sein, dass die Finanzlage anhand von unbesetzten Lehrerstellen für alle sichtbar wird und durch das kürzlich verabschiedete „historische“ Sparpaket der Bundesregierung noch zusätzliche Begrenzung erfährt. Angesichts von Milliardenhilfen für die Wirtschaft in den vergangenen Jahren  im Zusammenhang mit der Abwrackprämie sowie aktuelle Rettungsaktionen zur Sicherung des Euros Griechenland betreffend, muss es jedoch auch möglich sein, die einzige zukunftsträchtige Ressource, die wir in Deutschland haben, die Bildung unserer Bürger, entsprechend zu fördern. „Ob Schule, Hochschule oder berufliche Bildung: Was wir heute in der Bildung versäumen, müssen wir morgen bei der Sozialhilfe, beim Arbeitslosengeld oder der Jugendhilfe teuer bezahlen. (…) Bildung ist eine individuelle Zukunftsinvestition und soziale Vorsorge. Bildungspolitik ist deshalb nicht nur eine Frage der Teilhabe und der Gerechtigkeit, sondern auch eine Frage der nachhaltigen sozialen und wirtschaftlichen Stabilität unserer Gesellschaft.“ Diese Aussagen unseres Ministerpräsidenten in der 7. Sitzung des bayerischen Landtags (10. Dezember 2008) sollen auch in der Personalpolitik an unseren Schulen erkennbar sein und verwirklicht werden.

Für Rückfragen oder ergänzende Gespräche stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Sehr gerne würde ich auch vom beratenden Ausschuss gehört werden, um das Anliegen weiter zu erläutern und Nachfragen zu beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer

Anja Lanzendörfer
Vorsitzende


Über 15.000 Unterstützer!

Am 15. Dezember wurde die Petition "Bildung braucht Lehrer"  zusammen mit den knapp 17.000 Unterschriften an die Landtagspräsidentin  Frau Barbara Stamm übergeben. Dabei wurden neben der Forderung der ABJ  nach mehr Lehrerplanstellen auch Themen wie der Ausbau der  Ganztagsschulen, die Verbesserung der individuellen Förderung oder die  Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention angesprochen. Auch die  geplante Absenkung der Eingangsbesoldung wurde thematisiert.

Die ABJ dankt allen Unterstützern recht herzlich!

Wir hoffen alle sehr, dass im neuen Jahr nicht noch mehr jungen Lehrerinnen und Lehrern ihre Zukunftschancen gemopst werden.

 


Zukunft gemopst!

Gassigehen als neue Herausforderung für arbeitslose Junglehrer.

Über 2500 junge Lehrerinnen und Lehrer in Bayern sind arbeitslos. Unterstützen Sie den Einsatz des BLLV für mehr Anstellungsmöglichkeiten für junge Lehrer. Unser aktuelles Video zum Thema können Sie bei Youtube ansehen.



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